Landy_aktuellFür eine Reise auf Rädern, wie wir sie planen, ist die Frage des richtigen Untersatzes natürlich eine der Wichtigsten. Unser Ziel ist, wirklich bis ans Ende der Welt zu gelangen und abseits der klassischen Touristenrouten unterwegs zu sein. Für rund 2 Jahre sollte das Fahrzeug unser Zuhause sein, unser Wohn-, Ess- und Schlafzimmer, mehr als nur ein rollender Wetterschutz, schlicht: das stabile Zentrum unserer Reise. 

Die Auswahl

Bei der Auswahl von Fahrzeugen mit guten 4x4-Eigenschaften und guten Ausbaumöglichkeiten beschränkt sich der Kreis schnell auf den Toyota Land Cruiser und den Land Rover Defender. Am wichtigsten waren uns dabei die Faktoren: Zuverlässigkeit, Flexibilität (im Hinblick auf Strassenzustände), Ersatzteilversorgung, Sicherheit, Raumangebot und natürlich auch der "Image-Faktor". Wir haben uns nie gross von den Grundsatzdiskussionen und Glaubensfragen der beiden Fanlager beeinflussen lassen, sondern haben uns schlussendlich vom Gefühl leiten lassen.
 Für viele, so auch für Marco, war der Land Rover schon immer das 4x4- und Abenteuer-Fahrzeug schlechthin. So waren wir uns schnell einig, dass wir für unsere Reise einen Land Rover Defender suchen. Da wir beide weder handwerkliche Erfahrungen noch ein familiäres oder kollegiales Umfeld mit diesen Kompetenzen haben, kam der Ausbau eines Fahrzeuges für uns nicht in Frage. Die Suche nach einem reisefertigen Fahrzeug konnte also endlich beginnen.

In Europa immer noch recht verbreitet, mussten also zunächst jeder rollende oder geparkte Land Rover Defender (110) als Anschauungsobjekt für unsere Fahrzeugdiskussion herhalten. Mit seinem kantigen 60er Jahre Charme trifft er sicher nicht jedermanns Geschmack, aber als kultiges Expeditionsfahrzeug für Abenteuerlustige kommt er sicher in Frage.

Die Suche

Anfangs Januar 2007 haben wir dann aktiv mit der Suche nach einem geeigneten Fahrzeug begonnen und diverse Fahrzeuge besichtigt. Wie es das Schicksal wohl so wollte, fand Marco auf www.car4you.ch einen Land Rover Defender 110 HT Jahrgang 2002 mit rund 100'000 km, angeboten von der Safari Garage in Stein am Rhein. Leider lag der Kaufpreis weit über unseren Preisvorstellungen. 

Jolanda kam als „Beraterin“ zum 1. Besichtigungstermin des eigentlich zu teuren Fahrzeuges am 6. Januar 2007 mit. Die Inhaber der Safari Garage und Besitzer des Landys, Karin Dittli und Christoph Morf, haben uns sehr herzlich empfangen. Und da war es nun, das Objekt der Begierde. unser_landyBei diesem Landy wussten wir sofort, dass dies das richtige Fahrzeug für unsere Reise ist. Die Probefahrt bestätigte diesen Eindruck. Wir hatten im Vorfeld diverse andere Landys besichtigt, welche zwar in unseren Preisvorstellungen lagen, jedoch in einem eher ungepflegten Zustand waren. Einzige offene Frage war nur noch, wie wir das Fahrzeug finanzieren. Wir vereinbarten mit Karin und Christoph mündlich ein Vorkaufsrecht und ca. 3 Wochen Bedenkzeit, gingen gemeinsam etwas Essen und lernten die beiden auch auf diese Weise noch näher kennen. Mit vielen Gedanken im Kopf machten wir uns auf die Rückreise in die Zentralschweiz.

Zum 2. Besichtigungstermin am 27. Januar 2007 nahmen wir die Eltern von Jolanda mit nach Stein am Rhein. Wir hatten uns schon zu stark in den Landy „verliebt“, als dass da noch rationales Denken möglich war. Auch die unabhängigen Eltern erkannten schnell, dass dieses Fahrzeug zwar einiges teurer ist, jedoch in einem super Zustand war und somit auch sein Geld wert. So kam es, dass wir noch am gleichen Tag den Kaufvertrag unterschrieben. Als Abholtermin wurde der 31. März 2007 vereinbart. Vorfreude ist bekanntlich ja die schönste Freude und wir zählten schon fast die Stunden bis zum Abholtermin.

Endlich soweit

Endlich war es soweit, wir konnten den Landy im Empfang nehmen. Karin und Christoph erklärten uns das Fahrzeug nochmals sehr ausführlich. Wir spürten, dass die beiden sich nur ungern von ihrem Fahrzeug trennten. „Des einen Freud, des anderen Leid“ kann man hier wohl wirklich sagen. Noch ohne Autobahnvignette, Marco hat diese zu Hause vergessen, machten wir uns mit unserem Landy auf den etwas längeren Weg Richtung Luzern.

«There are no foreign lands. It is the traveler only who is foreign.»

Robert Louis Stevenson, The Silverado Squatters, 1883