20. Januar 2011
Mexico Süden (13. Dezember 2010 bis 21. Januar 2011)
Unseren Aufenthalt in Puerto Escondido vom 12. bis 26. Dezember 2010 kann man unter dem Motto „Ferien vom Reisen“ einordnen. Trotz 2 Stunden Schule und einer Stunde Hausaufgaben pro Tag blieb uns noch genug Zeit, das Leben zu geniessen.
Während den 14 Tagen haben wir eine gute Freundschaft mit den Besitzern von Edda Cabanas (www.cabanasedda.enweb.com.mx) aufgebaut. Sie haben uns bei der Reparatur der Campingstühle geholfen und waren immer für einen Schwatz auf Spanisch zu haben. Zu Weihnachten haben wir ihnen als Geschenk zwei Blumentöpfe mit Inhalt überreicht: Der eine mit Chili für die Küche und der andere mit Blumen für das Gemüt. Wir werden nun halbjährlich den Wachstumszustand der Pflanzen kontrollieren...
Weiter haben wir ein Schweizer Paar (Manuela und René Bodenmann, www.swissoasis.com) kennengelernt, die sich nach einer langen Reise mit einem Bushtaxi entschieden haben, in Puerto Escondido ein kleines Hotel zu kaufen und hier sesshaft zu werden. Am Wochenende haben wir einen Ausflug in den Parque Nacional Lagunas de Chacaqua gemacht und dort die Vogelwelt bestaunt. Heiligabend haben wir mit zwei deutschen Damen (Petra und Christin), je einem Deutschen (Julia und Sebastian) und Schweizer Paar (Janine und Sandro) in einem Griechischen Restaurant in Mexico verbracht – klingt ja richtig international... Bei solchen Temperaturen Weihnachten zu feiern ist einfach nicht das gleiche, ganz speziell wenn man die Bilder von der Schweiz sieht und es endlich wieder einmal weisse Weihnachten gibt. Man(n) kann nicht alles haben im Leben!
Am Stephanstag haben wir Puerto Escondido nach einer Abschiedstour bei vielen neuen Freunden verlassen und sind nach Süden bis zum Dorf Morro Mazatlan an der Playa Cangejo gefahren. Eine 4 km lange Strasse führt ans Meer und dort befindet sich ein kleines Dorf mit wenigen Restaurants. Mit dem Nachtessen haben wir auch gleich die Erlaubnis erhalten, auf dem Parkplatz zu übernachten bevor es am nächsten Tag nach Tuxtla Gutierrez weiterging, wo uns das Hotel PEMEX begrüsste. Eigentliches Ziel war Chiapa de Corzo, von wo aus der Zugang mit Booten zum Parque Nacional de Canon del Sumidero möglich ist. Die 2-stündige Tour führte durch eine tektonische Spalte, wo der Rio Grijalva durch eine Staumauer aufgestaut wird. An der höchsten Stelle ragen die Felswände 1'000 Meter in die Höhe und der Fluss ist 400 m tief. Ein weltweit einmaliges Phänomen ist der Arbol de Navidad (Weihnachtsbaum). Aus einer porösen Felswand dringt Wasser und es wachsen Moosplatten, die wie grosse Regenschirme aussehen und als Ganzes die Form eines Weihnachtsbaumes haben.
Nach einer kurzen Fahrt sind wir in San Cristobal de las Casas angekommen. Eben noch auf Meereshöhe befinden wir uns nun auf über 2'000 m.ü.M. und die Nächte sind wieder sehr kühl. Hier hat es einen grossen Markt, wo die Einwohner der umliegenden Dörfern (indigene Völker) ihre Handwerkserzeugnisse verkaufen. Unendlich nette und freundliche, wenn auch etwas zurückhaltende Menschen begegnen uns hier. Wir könnten stundenlang in den engen Gassen flanieren und uns von den Eindrücken berauschen lassen. Als Unterkunft haben wir ein einfaches Hotel, die Matratzen haben wahrscheinlich ein „Eigenleben“ oder besser gesagt „Innenleben“. Da es kalt ist schlafen wir in den Schlafsäcken auf dem Bett. Am ersten Morgen gibt’s eine warme Dusche (Hotel fast leer), am zweiten Morgen ist sie dann eher kühl (Hotel nicht mehr ganz so leer). Wir sind froh, unser Landy im Innenhof des Hotels zu parkieren. Von zwei Deutschen Reisepaaren haben wir erfahren, dass beiden in San Cristobal das Auto aufgebrochen wurde. Uns passiert nichts und wir verlassen nach zwei Nächten die Stadt in Richtung Tenejapa. Hier sind wir die einzigen Touristen und werden von den Einheimischen von Kopf bis Fuss gemustert. Wir kommen uns ein bisschen vor wie Ausserirdische, die Menschen sind aber durchwegs freundlich. Die Fahrt geht weiter auf einer vorerst neuen und gut ausgebauten Strasse bis irgendwo nach einem Dorf plötzlich fertig ist mit Asphalt und es weiter geht auf einer Holperpiste. Unser Landy darf wieder einmal etwas arbeiten und kämpft sich bis nach Oxchuc. Schade konnten wir die Leute am Strassenrand nicht filmen, ein wunderbares Bild wie alle mit offenen Mündern die Vorüberfahrt von unserem Landy bestaunten. Von dort aus geht es wieder etwas schneller bis nach Palenque.
Am 31. Dezember 2010 besuchen wir die Maya-Ruinen von Palenque. Wir müssen uns zuerst wieder an das tropische Klima gewöhnen. Die Ruinen liegen mitten im Regenwald und es herrscht dementsprechend hohe Luftfeuchtigkeit. Die Maya-Stadt war ursprünglich vollständig von Urwald bedeckt. Bis heute ist erst ein kleiner Teil freigelegt und mit Hilfe von Sateliten, GPS etc. wurden Karten der gesamten Anlage erstellt. Es gibt noch viel zu tun... Am Nachmittag suchen wir Abkühlung in einem Restaurant, was aber nicht so wirklich klappen will. Wir verschieben uns in ein Restaurant mit Internet und können kurz vor Mitternacht noch mit meinem Vater, seiner Freundin und deren Grossfamilie skypen. Silvester verbringen wir zusammen mit Julia und Sebastian. Wir wissen noch nicht so genau, wer wem hinter herreist. Aber nach Puerto Escondido und San Cristobal treffen wir sie nun zum dritten Mal. Wir geniessen ihre Gesellschaft und verbringen einen Abend in der Region Panchan im Restaurant Don Muchos. Selbstverständlich lassen die knallkörperliebenden (Achtung, nicht zu verwechseln mit Feuerwerk) Mexikaner es um Mitternacht so richtig krachen. Wir verziehen uns um 1:00 Uhr ins Schlafgemach vor dem Restaurant. Eigentlich wäre es uns nicht erlaubt, auf dem Parkplatz zu übernachten, da wir aber zuparkiert sind und davon gleich noch ein Foto gemacht haben für allfällige spätere Diskussion, bleiben wir auf dem Parkplatz stehen. In der Nacht versucht jemand zweimal die Vordertüren zu öffnen, die natürlich verschlossen sind...
Wir beide erwachen schon wieder vor 7 Uhr und entschliessen uns heute etwas Kilometer zurückzulegen. Beide fühlen sich nicht richtig wohl, an der Alkoholmenge vom Vorabend kann es aber definitiv nicht gelegen haben. Bauchschmerzen machen sich bemerkbar und bei Marco auch noch Fieber und Schwindel. Nach über 200 Reisetagen das erste Mal, das sich jemand von uns so richtig krank fühlt. Die Fahrt geht trotzdem von Palenque nach Campeche am Golf von Mexico mit einem Zwischenhalt zur Magenberuhigung in Francisco Escarsega. Marco fühlt sich bei der Ankunft sehr schlecht und verlangt nach einem Medikament und einer Stunde Schlaf. Danach fühlte er sich etwas besser und wir besuchen am Abend die Plaza im Stadtzentrum, ein Restaurant und danach PEMEX, wo es sich bekanntlich gut und günstig schlafen lässt. An dieser Stelle einige Informationen dazu: Mexico gehört zu den grössten Erdölproduzenten der Welt. PEMEX hat ein Staatsmonopol, ist der grösste Arbeitgeber in Mexico und Lateinamerikas drittgrösstes Unternehmen. Da wir (natürlich gezwungenermassen) regelmässig Kunde bei PEMEX sind, erlauben wir uns auch regelmässig die WC-Anlagen sowie den Parkplatz nach freundlichem Nachfragen beim Tankwart und dem Sicherheitsmann zu benutzen. Die Angestellten sind immer freundlich und hilfsbereit. Danke PEMEX! Nach viel Schlaf sind wir am Morgen wieder bei 95% „Leistung“ und besuchen nochmals das renovierte Stadtzentrum mit unzähligen farbigen Häusern sowie den Resten der Befestigungsanlagen. Piraten haben die Stadt regelmässig geplündert und dies wurde den Einwohnern zu bunt. Sie bauten im 17./18. Jahrhundert eine Stadtmauer und Festungen mit ein Paar hübschen Kanonen oben drauf. Und fertig lustig war es für die Piraten...
Nach Campeche besuchten wir die Höllen von Xtacumbilxunan (fragt mich bitte nicht wie man dies ausspricht). Der Yucatan besteht aus Karstgestein und ist deshalb mit unzähligen Höhlensystemen durchzogen. Flüsse an der Oberfläche gibt es fast keine, dafür unzählige unterirdische (nicht zu verwechseln mit ausserirdischen). Da sich keine Gruppe von mindestens 5 Personen für eine geführte Tour bilden wollte, kamen wir in den Genuss einer informativen Privattour. Die Maya nutzen die Höhle um bei Trockenheit Zugang zu Wasser zu haben. Nach viel Untergrund wollten wir Obergrund und erreichten die Ruinen von Uxmal. Am Abend besuchten wir die Show „Luz y Sonidos“ (Licht und Ton), schliefen auf dem Parkplatz vor dem Eingang und Marco besuchte am nächsten Morgen vor den grossen Reisegruppe alleine die Ruinen. Man fühlt sich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt, wenn man fast alleine durch diese sehr gut erhaltenen und restaurierten Anlagen spaziert. Jolanda skypte lange mit ihrer Mutter und genossen die Zeit mit Lesen im Campingstuhl.
Etappenziel des heutigen Tages war die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan: Merida. Den Versuch unser Laptop zu reparieren ist vorerst noch gescheitert. Das Ersatzteil (der ganze Bildschirm) muss zuerst bestellt werden und wir werden bei einem Apple Service Provider in Cancun vor unserem Trip nach Cuba das Ersatzteil bestellen und nach unserer Rückkehr austauschen lassen. Nach einer Nacht im Hotel könnten wir aber eine andere wichtige Pendenz erledigen: Der Landy hat neue Bremsbeläge erhalten. Die Zeit nach der Abgabe unseres Hauses verbrachten wir im Kino und mit etwas shoppen. Die Herrin des Hauses hat jetzt ein neues T-Shirt und Bikini und ich, bescheiden wie wir Männer so sind, ein T-Shirt (Warum reicht unser Tagesbudget wohl nicht aus...?). ((Vor der Onlineschaltung dieses Reiseberichts die Gegendarstellung durch mich (Jolanda) nun die ganze Wahrheit... Marco hat in Merida eine Hängematte für ganze CHF 250.- gekauft!!! So dies zur Bescheidenheit der Männer... ))Zur Budgetschonung gab es wieder eine Nacht bei PEMEX bevor wird das Stadtzentrum von Merida besuchten und uns am Abend mit Julia und Sebastian (nun bereits zum 4. Mal) verabredeten. Nach 3 Nächten in Merida war es an der Zeit aufzubrechen. Der Ausflug an die Golfküste von Mexico war eher enttäuschend: Grosse Küstengebiete sind mit Wochenendhäusern zugebaut und die Strände sind nicht so berauschend wie wir es uns vorgestellt haben. Grund genug für uns gleich weiter nach Izamal zu reisen. Dort befindet sich ein Franziskaner Kloster mit dem zweitgrössten Laubengang nach dem Vatikan in Rom.
Als wir wieder beim Landy waren und über die Weiterfahrt zu den Ruinen nach Chichen Itza diskutierten, klopft Harald an die Scheibe und fragt ob wir einen Übernachtungsplatz suchen. Das einzige was Langzeitreisende bekanntlich haben ist Zeit und spontan sagten wir ja. Harald fuhr mit seinem Auto voraus und wir folgten ihm bis zu seinem Romantic Hotel Santo Domingo (www.izamalhotel.com). Harald ist Österreicher und lebt zusammen mit seine mexikanischen Frau Sonja und seinem Bruder Reinhard in Izamal. Vor 20 Jahren war er selber 2 Jahre unterwegs durch Nord- und Südamerika. Wir erhalten einen Parkplatz und eine Dusche zugewiesen und am Abend verbringen wir einen gemütlichen Abend bei kühlem Bier und gutem Wein. Den nächsten Morgen verbringen mit einer Führung durch die Hotelanlage (gross = lang) und einer Führung durch unseren Landy (klein = kurz). Am Mittag machen wir uns auf den Weg zur Hacienda Sotuta de Peon (www.haciendatour.com) in der Nähe von Tecoh. Nach 25 Jahren „Dornröschenschlaf“ produziert die Hacienda wieder Henequén (Sisal-Fasern), die unter anderem für die Herstellung von Hängematten verwendet wird. Die Fasern wurden früher auch für die Produktion von Schnüren und Seilen verwendet bis zur Einführung der synthetischen Fasern wie Nylon etc. Als Rohstoff dienen die Blättern einer Kakteenart. Zurück in Izamal werden wir zu Fajitas eingeladen, die Gastfreundschaft von Harald ist grenzenlos. Am nächsten Morgen reorganisieren wir unseren Landy und sammeln die Sachen zusammen, die wir Jolandas Eltern mitgeben wollen. Als kleines Dankeschön für die Gastfreundschaft von Harald reinige ich den Swimming Pool (Zusatzqualifikationen sind immer gut) bevor wir gemeinsam das lokale Restaurant „ El Negrito“ für den späten Mittagslunch aufsuchen. Danach hilft Jolanda beim Bemalen der zukünftigen Rezeption des Hotels bevor wir zusammen mit den Gästen des Hotels einen weiteren herzlichen Abend erleben. Einen weiteren Tag verbringen wir mit dem Besuch des Zentrums von Izamal und die Ruinen der Pyramide „Kinich Kakmo“ in der näheren Umgebung gefolgt von einem Sprung in den abkühlenden Pool. Irgendwie wollen wir uns noch nicht verabschieden und entscheiden nochmals einen Tag und eine Nacht zu bleiben. Während Jolanda in der Küche bei der Zubereitung von Tamales (in Palmblättern eingewickelter Maisbrei mit Pouletfleisch) mithilft erkundige ich die Ruinen von Chichen Itza. Dieser Ort liegt bereits so nahe an der Touristenhochburg Cancun, dass Busladungen voll Gruppen die Anlage überfluten. Nach den Ruinen von Palenque und Uxmal bin ich vielleicht schon ein bisschen wählerisch geworden und Chichen Itza fasziniert mich nicht mehr ganz so stark. Vielleicht liegt es aber auch an der Menge der Souvenirverkäufer, die dem Erlebnis etwas abtragen. Wieder zu Hause in Izamal besuchen wir noch eine Hacienda, die in ein Luxushotel umgebaut wurde. In familiärer Atmosphäre geniessen wir die Tamales und plaudern über Gott und die Welt. Am nächsten Mittag nehmen wir nach 5 Nächten Abschied von Sonja, Alde, Reinhard und Harald. Allen nochmals herzlichen Dank für die tolle Zeit!
Die Reise führt uns weiter via Valladolid nach Tulum an die Karibikküste. Wir besuchten den Italiener und assen seit Monaten wieder richtig authentisches italienisches Essen. Nach so viel Luxus bei Harald begnügen wir uns mit PEMEX. Leider müssen wir heute unser erstes offizielles „Todesopfer“ beklagen. Am Vorabend haben wir eine Fledermaus erwischt und sie sitzt nun vor einem der Dachscheinwerfer und ist tot. Mit leicht schlechtem Gewissen entsorgt Marco (wer sonst, ich bin ja immer für die ekligen Sachen zuständig) die Fledermaus. Die Idee von viel Sonne und Strand versinkt am nächsten Tag im Regen. Wir nutzen die Zeit für e-Mails und Skypen, bevor wir uns am Strand einen Stellplatz für die Nacht suchen. Dabei begegnen wir 2 Wohnmobile aus Bern (Schweiz). Nach kurzem Schwatz spazieren wir gemeinsam am Strand entlang zu einem Restaurant und tauschen uns mit Ursula & Peter sowie Elsbeth & Heinz über die Reiseerfahrungen aus. Auch sie sind von Nord- nach Südamerika unterwegs und haben bereits von anderen Reisenden von unserem „Dasein“ gehört. Die Nacht verbringen wir 100 Meter entfernt vom weissen Sandstrand zwischen Palmen. Jetzt muss nur noch das Wetter besser werden und wir sind im Paradies J
Uns begrüsst zwar nicht eitel Sonnenschein, aber es ist nur noch bewölkt und unsere Entdeckungslust ist wieder geweckt. Wir besuchen am Nachmittag die Ruinen von Coba, leisten uns einen lokalen Führer und lassen uns in die Geschichte der Maya entführen. Die Pyramide von Coba ist mit 42 Metern eine der grössten in ganz Mexico. Es ist schon spannend genug zu sehen, wie die Touristengruppen die sehr steile Treppe rauf und runter „steigen“. Langsam aber sicher beginnen wir unsere Essensvorräte aufzubrauchen, damit wir während der Zeit in Kuba den Kühlschrank abschalten können. Danach geht es für Dessert nochmals zum gleichen Italiener: Mousse au Chocolate und Tiramisu! Am dritten und letzten Tag in Tulum besucht Marco frühmorgens die Ruinen von Tulum bevor wir gemeinsam Richtung Norden fahren und bei Xcacelito in einem kleinen Naturschutzgebiet einen Tag am weissen Sandstrand verbringen. Ein Strandabschnitt ist gesperrt und wird von Schildkröten für die Eiablage genutzt. Etwas im Waldesinneren hat es eine kleine Cenote mit unglaublich klarem Wasser Wir glauben es auch selber kaum, aber für den Abend haben wir uns nun bereits zum 5. Mal mit Julia und Sebastian in Playa del Carmen verabredet. Sie fliegen in 2 Tagen (16. Januar 2011) für einen Monat zurück nach Deutschland bevor es dann wieder für 6 Monate nach Santiago in Chile geht. Davor gehen wir aber zuerst einmal die Sprachschule suchen, in der Jolanda im 2004 für drei Wochen Spanisch gelernt hat. Früher stand das Gebäude alleine und heute ist es umgebend von unzähligen Hotels, Restaurants und Touristenläden. Jolanda ist leicht schockiert und Playa del Carmen hat seinen ursprünglichen Charme verloren. Wir sind froh, dass wir uns damals für Puerto Escondido an der Pazifikküste entschieden haben um für 2 Wochen das Spanisch aufzufrischen.
Bei einem gemeinsamen Nachtessen tauschen wir die Neuigkeiten seit unserem letzten Treffen in Merida aus, kochen anschliessend weil es ziemlich kühl ist in der Gemeinschaftsküche ihrer Unterkunft Glühwein und schauen uns noch ein paar lustige Youtube Filmchen an. Übernachtet haben wir vor dem Hostel auf einem öffentlichen Parkplatz. Das Wetter will noch immer nicht nach unserem Geschmack und wir beschliessen nach Skypen mit Marco’s Schwester und Marcello & Karin gemeinsam mit unseren deutschen Freunden die Cenotes von Kantun Chin zu besuchen. Für 200 Pesos pro Person (CHF 16.00) kann man dort 4 verschiedene Cenotes besichtigen und darin auch schwimmen, schnorcheln und Kanu fahren. Gegen 17:30 Uhr begeben wir uns zum Ausgang und dürfen feststellen, dass das Personal wohl schon Feierabend gemacht hat. Ein paar Funkgeräte liegen noch herum und Julia funkt auf Spanisch jemand herbei, damit Sebastian noch seinen Studentenausweis (Depot für das Schliessfach) zurück erhält. Mit dem Collectivo geht’s zurück nach Playa del Carmen, wo wir gemeinsam bei ihrem Hostel das Nachtessen verschlingen. Für die beiden ist es der letzte Abend im Mexico vor dem Heimflug nach Deutschland. Zum Abschied laden wir sie zum Dessert bei Häagen Dazs ein. Sie kaufen noch die letzten Souvenirs und wir verabreden uns für den kommenden Morgen und Goodbye zu sagen. In der Nacht rüttelt es dann etwas an unserem Landy (wir stehen immer noch am gleichen Ort wie letzte Nacht). Nach kurzer Inspektion der Umgebung stellen wir fest, dass sexuelle Aktivitäten neben und mit unserem Landy stattfinden. Woran soll man sich auch sonst halten... Viel können wir nicht erkennen, aber es sieht nach einem Blowjob aus. Ein Kondom beim Vorderrad bestätigt den detektivischen Verdacht. Aber das CSI-Team haben wir nicht eingeschaltet...
Um 8 Uhr verabschieden wir uns von Julia und Sebastian. Wir hoffen sie eventuell während ihres Auslandsemesters in Santiago in Chile wieder zu sehen. Uns verschlägt es für einige Stunden in ein Shopping-Center. Wir erledigen noch einige administrative Arbeiten und Einkäufe bevor wir uns nach Puerto Morelos begeben. Hier ist es bereits viel weniger touristisch und während Jolanda etwas im Landy schläft geniesse ich einen langen Spaziergang am Strand und im Dorfzentrum. Dabei entdecke ich noch einen Second Hand Buchladen, den wir am späten Nachmittag besuchen und dort unsere Lesevorräte aufstocken. Zum Nachtessen gibt’s Lauchsuppe von Knorr und wir nächtigen direkt am Meer auf einem noch unbebauten Strandabschnitt. Der Morgen begrüsst uns nun endlich mit Sonnenschein. Wir werden von Ruth und Denis angesprochen, die wir bereits am Vortag kurz gesehen haben. Sie sind Kanadier und leben während des strengen Winters für 3 Monate in Puerto Morelos. Sie haben eine Ferienwohnung gleich neben „unserem“ Grundstück gemietet. Wir enden auf ihrer Terrasse und werden zum Nachtessen inkl. Duschmöglichkeit eingeladen (wahrscheinlich stinken wir so fest). Den Tag geniessen wir am Strand. Das grosse mesoamerikanische Reef (das zweitgrösste nach dem Great Barrier Reef in Australien) ist hier besonders nahe an der Küste und man kann sehr gut schnorcheln. Wir verbringen einen gemütlichen Abend bei griechischem Salat und Spaghetti Bolognese sowie einigen Gläsern Wein und Bier. Es geht weiter mit tollem Wetter und nach einem Frühstück bei Ruth und Denis (Rührei mit Speck) buchen wir eine Schnorchel-Tour mit einem Boot hinaus aufs Meer zum Reef mit unzähligen farbigen Fischen. Am späten Nachmittag verabschieden wir uns, werden herzlich eingeladen nach unserer Rückkehr von Kuba nochmals vorbeizuschauen und machen uns auf den Weg nach Cancun, um die letzten Vorbereitungen vor Kuba zu erledigen.
Wir quartieren uns für die letzten 3 Nächte auf dem Campingplatz El Mecoloco ein. Am nächsten Morgen gibt es viel zu waschen (für den Waschsalon), kleinere Reparaturen zu organisieren und ein Paar Dokumente auszudrucken. Ein letztes Mal vor dem Wiedersehen skypen wir mit Jolandas Eltern, unseren „Nachschub-Lieferanten“. Auf dem Campingplatz lernen wir Anna und Peter kennen, die „Langzeitmieter“ sind. Sie haben uns angeboten, uns am Freitag zum Flughafen zu fahren, damit wir die überrissenen Taxipreise nicht bezahlen müssen (ca. USD 50.00 pro Person). Dankend nehmen wir dieses tolle Angebot an. Den zweitletzten Tag vor dem Abflug verbringen wir mit dem aussortieren der Fotos und aktualisieren der Homepage. Am Nachmittag besuchen wir das Touristenzentrum von Cancun und schauen uns die architektonischen Missgriffe der Hotelbauten an. Hier ist alles auf Pauschaltourismus „all inclusive“ ausgelegt und nicht mehr viel erinnert an Mexico. Einige Stunden reichen uns und wir ziehen uns für die letzte Nacht auf dem Campingplatz zurück.
Wir haben uns 7 ½ Monate (seit unserer Abreise) auf den Freitag, 21. Januar 2011, gefreut: Heute fliegen wir nach Kuba und werden 3 Wochen zusammen mit Jolandas Eltern von Havanna nach Holguin reisen. Mehr dazu im nächsten Reisebericht.
Hasta luego
Jolie & Marco
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