Belize und Guatemala (18. Februar bis 22. März 2011)

Der Grenzübertritt nach Belize verlief absolut reibungslos und die Beamten an der Grenze liessen uns bereits das karibische Flair des einzigen Englisch sprechenden lateinamerikanischen Landes verspüren. Belize ist mit 22'445 km2 etwa halb so gross wie die Schweiz und 38 % der Fläche stehen unter Naturschutz. Englisch ist die offizielle Landesprache.

 

Erstes Ziel war die Stadt Orange Walk, wo wir uns mit Bargeld und Lebensmittel eindeckten. Am nächsten Morgen fuhren wir auf dem Fluss 25 km in Richtung den Ruinen von Lamanai. Unser Führer Carlos erklärte uns bei diversen Stopps die Geschichte, Flora und Fauna der Region. Nach 1 ½ Stunden erreichten wir die New River Lagoon und die Anlagestelle der Boote beim Eingang zu den Ruinen. Den späteren Nachmittag verbrachten wir mit den Führern und sprachen über die Sehenswürdigkeiten von Belize und zwischen durch gab’s ein kühles Bier. Und die Belizianer trinken nicht wirklich wenig davon! Mein „Sortiment“ an getrunkenen Biersorten hat sich seit der Einreise in Belize bereits um drei weitere Sorten erweitert: Belikin, Guinness und Lighthouse. Gutes Bier scheint es irgendwie überall auf der Welt zu geben...

Kurz vor Gales Point passieren wir auf der Schotterpiste ein anderes Fahrzeug, halten kurz an und kommen dabei mit Mark aus Minnesota ins Gespräch. Ganz in der Nähe hat er ein Haus auf einem über 900 Acres grossen Grundstück, wo er für einen reichen ausländischen Investor in den nächsten Jahren ein Luxus-Resort aufbauen wird. Er lädt uns zu sich nach Hause ein und wir sagen wieder einmal ganz spontan zu. Bei kühlem Belikin-Bier lernen wir uns näher kennen und erhalten einen spannenden Einblick in sein Leben und seine Arbeit. Wir dürfen in einem Gästezimmer mit Dusche übernachten, das Bett hat eine Fernsteuerung um mit einer Luftpumpe die Härte zu verstellen und die Umgebung sieht aus wie in der Savanne von Afrika. Wir fühlen uns wie im Paradies, geniessen gemeinsam weissen Martini aus unseren „Vorräten“ (die Flasche ist am Schluss fast ohne Inhalt) und zum Nachtessen gibt es Spaghetti und Salat.

Am Morgen geniessen wir die Ruhe der Umgebung und die grosse Terrasse der Lodge während Mark einige Sachen erledigen geht. Danach zeigt er uns sein erstes Haus, wo wir einen Missionar aus den USA, den Dorfpfarrer und einen Gast aus den USA treffen und einer spannenden Diskussion über die kleinen und grossen Probleme im Land zu hören. Wir dürfen das Internet benutzen bevor wir zu Mr. „Gentle’s Cool Spot“ etwas essen gehen. Mark zeigt uns noch ein Hotel (www.manateelodge.com) am äussersten Ende der Landzunge von Gales Point.

Einige Tage später machen wir bei einer Zitrusfrüchteplantage einen kurzen Stop und plötzlich rauschen drei Reisefahrzeuge an uns vorbei und halten an. Was führ eine Überraschung: Alle Fahrzeuge haben wir schon weiter nördlich gesehen, aber noch nie mit den Besitzern gesprochen. Es sind Malin und Espen aus Norwegen (Nissan Patrol), Andrea und George aus Deutschland (Toyota Landcruiser) und Isabelle und Francesco aus der Schweiz (VW-Bus). Wir schliessen uns spontan der Gruppe an.  Die gemeinsame Fahrt geht weiter bis zum Barton Creek Outpost, wo es einen kleinen Campingplatz hat. Kurz davor steht eine kleine Flussdurchfahrt an, welche auch der VW-Bus ohne Probleme meistert. Wir installieren unsere 4 Fahrzeuge, kochen das Nachtessen und versammeln und anschliessend auf der Terrasse der Lodge zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Nach über 8 Monaten ist es für uns erst das dritte Mal, dass wir mit anderen Reisenden zusammen sitzen. Wir diskutieren das Programm des nächsten Tages und entscheiden uns für den Besuch der Ruinen von Caracol. Die Anfahrt dauert ca. 2 Stunden auf einer unasphaltierten Strasse. Aus Sicherheitsgründen müssen sich die Besucher um 9:30 Uhr einer Militäreskorte anschliessen, da es in der Vergangenheit Überfälle auf Reisegruppen durch Banditen aus Guatemala gab. Bis zur Abfahrt blieb uns noch etwas Zeit und wir besuchten die Rio Frio Cave (Höhle). Danach geht die Fahrt mit der Eskorte los nach Caracol. Das witzige daran war, das die Begleitfahrzeuge so schnell davonfuhren, dass wir diese nach ca. 20 Min. total aus den Augen verloren haben und alleine bis nach Caracol gefahren sind. So viel zum Sicherheitsschutz in Belize J Caracol ist nur wenige Kilometer von der Grenze zu Guatemala entfernt und die Ruinen sind die grössten in ganz Belize. Erst 500 der 36'000 Strukturen sind erfasst und noch ein viel kleinerer Teil ist freigelegt. Ausgrabungsteams aus dem Ausland sind an der Arbeit und ein Arbeiter warnte uns vor den giftigen Schlangen im Unterholz mit den beruhigenden Worten, nach einem Biss sei es „vorbei“, da der Transport bis ins nächste Spital zu lange dauert... Das Risiko von Banditen erkennbar an der Präsenz von Soldaten mit Maschinengewehren schien uns plötzlich verhältnismässig bescheiden zum Risiko eines Schlangenbisses! Auf der Rückfahrt von Caracol machte sich erstmals ein neues metallisches Geräusch (davon haben wir viele) beim Landy bemerkbar. Auf dem Campingplatz inspizierten wir das Fahrzeug, konnten aber nichts feststellen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, welches Glück wir am nächsten Tag haben werden. Nochmals genossen wir einen gemütlichen Abend in der Gesellschaft von anderen Reisenden bevor wir uns am nächsten Morgen verabschiedeten und nach San Ignacio kurz vor der Grenze zu Guatemala fahren wollten...

Als wir von Campingplatz wegfahren hören wir wieder das Geräusch und ich steige aus und beobachte den Landy während Jolanda fährt. Ich stelle fest, dass bei einem der vorderen Stossdämpfer die Verankerung lose ist. Zu unserem Glück gibt es 25 km weiter kurz vor San Ignacio den besten Land Rover Spezialisten in halb Zentralamerika. Auf der Rampe bei AdventureTrex (www.adventuretrex.com) steht bereits ein anderer Defender eines holländischen Paares. Wir erhalten einen Termin für den nächsten Morgen, erledigen am Nachmittag einige Pendenzen in Zentrum von San Ignacio (Verlängerung der Versicherung), dürfen auf dem Gelände übernachten und lernen Anouk und Bram nähern kennen. Sie sind von Utrecht bis nach Asien gefahren und haben danach nach Vancouver in Kanada verschifft und sind nun wie wir nach Süden unterwegs.  Wieder einmal zeigt sich wie klein die Welt doch ist. Am nächsten Morgen wird unser Landy inspiziert und ausser den Gummilagern, einem Teil bei der Lenkstange, den Getriebeölen und der Verriegelung der Motorhaube (eine alte Pendenz) ist alles in bester Ordnung und sie haben alle Ersatzteile vor Ort. Wir schauen den Mechanikern zu und lernen noch so einiges über unseren Landy. Am Mittag sind die Reparaturen fertig. Wir besuchen eine nahegelegene Mennoniten-Siedlung bei Spanish Lookout und quartieren uns für die letzte Nacht auf einem Campingplatz bei San Ignacio ein. In Belize hat es extrem viele Mennoniten und einige leben noch wie zu Gotthelfs Zeiten ganz ohne Technik nur mit Hand und Pferden. Alle Sprechen neben Englisch Altdeutsch, dies können wir aber nur ansatzweise verstehen. Nach 8 spannenden Tagen verlassen wir Belize am 26. Februar und überqueren die Grenze zu Guatemala.

Aus verschiedenen Quellen haben wir erfahren, dass Reisende für Guatemala keine Ein- und Ausreisegebühren bezahlen müssen. Auf der belizianischen Seite verläuft alles reibungslos, auf der guatemaltekischen Seite geht es dann etwas „kreativer“ zu und her: Bei der Desinfektion des Landy werden wir als Pick-Up eingestuft (ich suche immer noch die Ladefläche...) und gelten somit als landwirtschaftliches Fahrzeug. Dafür bezahlen wir aber auch das Doppelte, bekommen aber immerhin eine anständige Quittung. Die Dame bei der Personenkontrolle wird dann noch viel kreativer und verlangt von uns pro Person GUQ 20.00 (ca. CHF 2.50) als Einreisegebühr. Als wir eine Quittung verlangen, erklärt sie uns, dass wir im Computer erfasst seien und es keine Quittung gibt. Ich (Marco) gebe mich damit zufrieden und wir wechseln den Schalter für die Einführung des Landy. Jolanda (Finanzministerin) ist mit der Angelegenheit gar nicht einverstanden und will der Sache auf den Grund gehen. Wir fragen einen Belizianer. Seine Antwort: es gibt keine offiziellen Einreisegebühren für Personen. Jolanda holt Notizblock und Kugelschreiber und stellt sich vor die nette Dame und fragt nach ihrem Namen. Ohne weitere Worte händigt sie uns das Geld wieder aus. Uns geht es nicht um die CHF 5.00, sondern um die Art und Weise, wie die sicherlich nicht auf der untersten Einkommensstufe arbeitenden Grenzbeamten die Besucher des Landes behandeln. Bei der Verzollung des Landy geht alles mit rechten Dingen zu. Beim Schlagbaum fragen wir noch den Beamten, ob für die Brücke eine Maut zu bezahlen sei. Ein klares Nein, wovon uns aber später andere Reisende mit anderen Erfahrungen berichten. Es scheint, als sei alles ein bisschen Verhandlungssache...

Die Fahrt führt uns am ersten Tag in Guatemala bis nach Tikal, einer der bedeutendsten und eindrücklichsten Mayaruinen überhaupt. Mit Englisch ist jetzt auch wieder fertig und wir stellen um auf Spanisch. Da Jolanda bereits eine leichte Überdosis an Ruinen hat (unter Experten auch bekannt als „Ruinitis“), stehe ich frühmorgens um 4:00 Uhr (ja, ihr habt richtig gelesen) alleine auf um mich einem Führer und einer kleiner Gruppe anzuschliessen. Noch im stockdunkeln wandern wir durch die riesige Anlage bis zum Tempel IV, wo wir den Geräuschen der erwachenden Tierwelt (Vögel und Brüllaffen) lauschen und auf die sich bei Sonnenaufgang lichtenden Nebelschwaden warten.

Eigentlich wollten wir uns bei einem Hotel am Lago de Petexbatun (See) installieren, aber diese liegen alle auf der anderen Seite. Wir fahren zurück in ein kleines Dorf mit 40 Einwohnern und fragen bei einer Familie nach, ob es hier einen Platz zum Übernachten gibt. Wir müssen warten bis der Ehemann (hier sind die Männer noch die Chefs...) nach Hause kommt, können uns aber bereits auf zwei Stühlen vor dem Haus hinsetzen und mit den sehr zahlreichen Familienangehörigen schwatzen. Wenig später erscheint der Ehemann und nach etwas kennenlernen erhalten wir die Erlaubnis vor dem Haus zu parkieren und zu übernachten. Für diejenigen, die an der Familienplanung sind: Diese Familie hat 14 Kinder. Die Familie lebt extrem einfach ohne Strom in einem Holzhaus mit zwei Räumen. Wir offerieren Basler Läckerli und zeigen der inzwischen stark angewachsenen Zahl der Anwesenden unseren Landy. Jolanda bereitet das Nachtessen zu und wir dürfen im Haus an einem kleinen Tisch bei Kerzenlicht und im Hintergrund brennendem Feuer schon fast bei romantischer Stimmung essen. Danach schwatzen wir noch vor dem Haus, wünschen gute Nacht und stellen den Wecker auf 5:00 Uhr. Es ist Erntezeit für schwarze Bohnen und die Familie steht um 4 Uhr auf damit sie um 6 Uhr bereit sind für die Arbeit. Zuvor gibt es aber die Pferde einzufangen und bereit zu machen.

In Copan stellen wir fest das die Lenkung Spiel hat und müssen erneut in die Garage. Diesmal nach Guatemala City. Wir quälen uns ca. 1,5 Stunden bei dichtem Verkehr durch das Stadtzentrum von Zone 1 bis Zone 10 und finden den Händler. Dieser kann uns an seinem Standort leider nur mit Neuwagen weiterhelfen (so schlimm steht es um unser Landy auch wieder nicht) und er verweist und an die Werkstatt der gleichen Firma am anderen Stadtende in Zone 1. Bevor wir uns wieder durch den Verkehr kämpfen gibt es ein Mittagessen zur Stärkung. Glücklicherweise ist das Ersatzteil an Lager, die Arbeiten erklären sich spontan bereit unseren „Problemfall“ zwischen die anderen Aufträge (ca. 50 Autos) einzuplanen und kurz nach 18 Uhr ist der Landy fertig. Doch ein Problem ist noch zu lösen: Der Werkstattchef hat den Schlüssel für das grosse Tor mit nach Hause genommen und eine der Durchfahrten innerhalb der Werkstatt ist zu niedrig. Wir montieren die Dachboxen ab, lassen etwas Luft aus den Pneus und mit 5 Mann abwechselnd auf der vorderen und hinteren Stossstange bringen wir den Landy durch die Durchfahrt. Wir bedanken uns herzlich für die grosse Hilfe und die kurzfristige Reparatur und finden ganz in der Nähe auf einem bewachten Parkplatz einen Stellplatz für die Nacht. Guatemala sei nicht ganz sicher hören wir, aber letztes Jahr starben „nur“ 16 Menschen pro Tag...

Heutiges Ziel ist die Besteigung des Vulkans Pacaya. Als wir unseren Landy im kleinen Dorf San Francisco de Sales parkieren lernen wir Luisa de Jesus Barrera Carrera (Natel 45 04 01 04) kennen. Um den Vulkan zu besteigen ist die Begleitung durch einen lokalen Führer obligatorisch, wir verhandeln mit ihr einen Preis und kurz darauf geht es los. Der Vulkan ist einer der aktivsten in Guatemala und die Spuren seines letzten grösserer Ausbruches im Mai 2010 sind noch deutlich sichtbar. Die Hänge sind mit kleinen Lavasteinen bedeckt, einen Teil des Baumbestandes wurde durch Feuer vernichtet, 40 Kühe starben aber glücklicherweise keine Menschen. Der Aufstieg dauert 1 ½ Stunden und wir erreichen einen Aussichtspunkt auf 2'350 m.ü.M. am Rande eines alten Vulkankraters. Wir blicken auf eine kahle und mondähnliche Landschaft aus der sich der aktuelle Kegel des 2'550 Meter hohen Pacaya erhebt.

Antigua war eine der grössten Kolonialstädte des spanischen Empires und gilt als das Touristenmagnet von Guatemala. Dies macht sich auch sehr stark im Angebot der Läden bemerkbar. Man fühlt sich eher in einer südeuropäischen als einer mittelamerikanischen Stadt. Die Vulkane Agua (3'766 m.ü.M.), Acatenango (3'976 m.ü.M.) und Fuego (3'763 m.ü.M.) umgeben die Stadt, der letztere davon aktiv und speziell nachts sind die kleineren Eruptionen sichtbar. Wir können uns auf dem Areal der Tourismuspolizei plazieren, haben WC, Duschen und sogar guten Internetempfang. Erstaunlicherweise ist alles kostenlos, wir verdanken die Gastfreundschaft aber mit Trinkgeld, Getränken und Keksen sowie Hundefutter für die zwei kleinen Hunde, die wohl die grösste Aufmerksamkeit erhalten. Wir treffen auch wieder Isabelle & Francesco und Andrea & George, die hier für eine Woche einen Sprachkurs besuchen wollen. Wir bleiben 5 Nächte, geniessen das süsse Nichtstun, besuchen den grossen Markt und flanieren durch die Gassen. Da meine Brille die letzten 9 Monate ziemlich gelitten hat und die Beschichtung der Endspiegelung zerkratzt ist, bestellen wir bei einem erstaunlich gut ausgerüsteten Optiker eine neue Brille. Dies bedeutet, dass wir frühestens in einer Woche wieder nach Antigua zurückkehren werden um die Brille abzuholen.

Am Mittwoch, 9. März 2011 geht die Reise weiter nach Rio Dulce, wo wir den Sohn von Hilda (die Freundin von Marcos Vater) und seine Familie besuchen. Die Reise führt uns wieder durch Guatemala City (wir haben inzwischen Übung mit Grossstädten)

Nach 7 Stunden fahrt treffen wir im Casa Perico ein. Bruno ist zusammen mit vier Freunden vor 12 Jahren nach Guatemala ausgewandert, sie haben sich ein Grundstück gekauft und gemeinsam ein Hotel aufgebaut. Die Anlage liegt an einem kleinen Seitenarm des Rio Dulce. Wir beziehen für die ersten drei Nächte den Bungalow mit privatem Badezimmer, danach ziehen wir für 2 weitere Nächte in ein anderes Zimmer um. Wir bringen auch noch gleich schlechtes Wetter mit und die ersten zwei Tage regnet es aus Kübeln. Kein Grund für uns den Kopf in den Sand zu stecken, wir professionalisieren das Faulenzen. Am zweiten Abend gibt es ein kleines Buffet mit Wiener Schnitzel (die ersten seit unserer Abreise), Bratkartoffeln und Gemüse, die Stimmung an der Bar ist gut und um 24 Uhr verabschieden sich die letzten Gäste und Bruno und ich quatschen noch bis 3:15 Uhr bei „einigen“ Bierchen.

Die Tage verbringen wir mit der Besichtigung von Rio Dulce, Castillo San Felipe, Livinsgston (Garifuna Dorf) und die Boqueron Schlucht. Am letzten Abend im Casa Perico fahren wir mit Bruno zu seiner Familie in die Aldea (Dorf) Esmeralda. Johanna und ihre fünf Kinder begrüssen uns herzlich. Wir haben auch ein Paar kleine Geschenke mitgebracht, welche mit Freude gleich Verwendung finden (Samuel kickt den neuen Ball herum und Sheira duscht mit der neuen Seife). Das jüngste ist gerade mal knapp zwei Monate alt, Anna Valeria Flor lässt sich vom Trubel nicht beeindrucken und schläft gemütlich in der Hängematte. Nach 2 Stunden begleiten uns Samuel, Sheira, Johanna und Bruno bis zum Boot. Wir verabschieden uns von einer tollen Familie und hoffen sie in Zukunft wieder zu sehen. Im Hotel wartet wieder ein Buffet mit Pouletgeschnätzeltes an einer traumhaften Rahmsauce und Rösti auf uns. Wir fühlen uns wieder einmal im siebten Gourmethimmel. Am nächsten Morgen packen wir unsere Sachen und fahren mit dem Boot zurück nach Rio Dulce. Lieber Bruno, Andre, Florian und Daniel, herzlichen Dank für die tollen fünf Tage im Casa Perico!

In Antigua stellen wir uns wieder bei der Tourismuspolizei hin. Leider ist die Brille noch nicht fertig und wir entschieden uns für ein Abstecher zum Lago Atitlan.  Aber vorher sehen wir uns noch die Semana Santa (Osterwoche) Prozession in Antigua an. Jedes Wochenende führt die Prozession über eine andere Route und die Anwohner bzw. ganze Familien gestalten wunderschöne Bilder aus eingefärbtem Sägemehl. Viel farbenfroher kann eine Kultur wohl kaum mehr sein...

Der Lago Atitlan ist umgeben von 3 Vulkanen (alle über 3'000 Meter hoch) und die Landschaft erinnert uns an das Tessin oder den Lago di Como. Auf dem einfachen Camping direkt am See trafen wir Else und Beat mit Hund Sinco aus der Schweiz unterwegs in Zentralamerika für 5 Monate mit einem Volkswagen Westfalia. Beim gemeinsamen Nachtessen, kühlem Bier und Rotwein tauschten wir unsere Reise- und Lebenserfahrungen aus. Am folgenden Tag besuchten wir das Dorfzentrum und wurden von Yvon aus Quebec, Kanada, angesprochen. Er bietet Gleitschirmflüge vor Ort an. Da mein Geburtstagsgeschenk noch ausstehend war und mich Jolanda von diesem einmaligen Erlebnis überzeugte, sagte ich spontan für den Nachmittag zu. Kurz vor dem Start wurde ich dann doch noch etwas nervös, schliesslich rennt man auf eine Felskante zu und danach geht es nur noch runter...

Nach 25 erlebnisreichen Tagen nehmen wir Abschied von Guatemala. Für uns ist die Zeit reif für ein neues Land mit neuen Abenteuern. Der Grenzübertritt gestaltet sich problemlos und wir wechseln die letzten Quezales in US-Dollar. In El Salvador ist die offizielle Landeswährung US-Dollar und der US-Präsident ist auch noch gleich zu Besuch.

Mehr von El Salvador, unserem Besuch beim Land Rover Club und seinen überaus freundlichen und lebensfrohen Mensch im nächsten Bericht.

Danke fürs Lesen und bis bald

Jolanda & Marco

 

«There are no foreign lands. It is the traveler only who is foreign.»

Robert Louis Stevenson, The Silverado Squatters, 1883