El Salvador & Nicaragua (23. März bis 19. April 2011)

Viele Reisende vom Süden her kommend, haben uns von der überwältigenden Freundlichkeit der Menschen in El Salvador berichtet und auch wir wurden davon überwältigt. Nach dem Grenzübertritt wurde es bereits dunkel und wir fanden im ersten Dorf nach der Grenze (Las Chinamas) beim Hotel und Restaurant Dany’s einen sicheren Standplatz. Nach der Zeit in Mexico, Belize und Guatemala empfanden wir die Herzlichkeit, Offenheit und Zugänglichkeit der El Salvadorianer grenzenlos.

Die Familie bat uns sogleich uns zu setzen und es entstand ein lebhaftes Gespräch. Am nächsten Morgen informierten sie uns, dass heute das viertägige und alljährliche Dorffest startet und auf ihrem Parkplatz eine grosse mobile Disco aufgebaut wird und nach den Prozessionen hier das grosse Fest stattfindet. Ein guter Grund für uns eine Nacht länger zu bleiben. Am nächsten Tag fanden zwei verschiedene Umzüge statt: Der erste gleicht etwas der Luzerner Fasnacht mit maskierten Männer, die auf der Hauptstrasse tanzen, der zweite ist für die jährliche Dorfkönigin. Zurück bei unseren Gastgebern warten wir auf den Ansturm der Massen. Die Lautsprecherwand reicht um das ganze Dorf zu beschallen und wir erkundigen uns nach der Dauer des Festes. Der Landy steht nun im Innenhof, ist aber nur 50 Meter von der Disco entfernt. Wir werden beruhigt als wir erfahren, dass um 2 Uhr am Morgen Schluss ist. Wir erleben einen fantastischen Abend mit vielen tollen Gesprächen.

Am nächsten Morgen fahren wir die Ruta de las Flores (Blumenstrasse), die uns von Ahuachapan bis nach Sonsonate durch eine hügelige Landschaft mit Kaffeeplantagen führt. Wir machen einen Zwischenhalt in Juayua, wo wir den Landy aussen und innen reinigen lassen (CHF 5.-). Kurz vor der Hauptstadt San Salvador zweigen wir nach Norden ab und fahren zum Cerro Verde Nationalpark, um eine kühle Nacht auf 2'000 m.ü.M. zu verbringen. Am nächsten Morgen absolvieren wir mit einem Führer eine einstündige Wanderung. Das Land hat 80 Berggipfel, davon sind 30 Vulkane und darunter drei aktive. Am Nachmittag treffen wir Anouk & Bram mit ihrem Landrover in La Libertad und 4 Mitglieder des Land Rover Clubs von El Salvador. Nach einer herzlichen Begrüssung und viel Fachsimpeln entschliessen wir uns der Küste entlang nach Norden zu fahren danach über Erdpisten hinauf in die Berge bis zum Restaurant „El Mirador de la Gibara“ (www.elmiradordelagiralda.com). Nach einem feinen Nachtessen verabreden wir uns noch mit den Mitgliedern des LR Clubs für einen Grillnachmittag am Lago de Coatepeque und gehen anschliessend ziemlich müde ins Bett.

Im Licht der aufgehenden Sonne erkennen wir erst richtig die atemberaubende Aussicht auf die Kaffeeplantagen und den gegenüberliegenden Cerro Verde NP. Gemeinsam mit Anouk & Bram fahren wir zurück bis zur Surferhochburg El Tunco. Wir bleiben zwei Nächte, Bram geht Surfen und der Rest geniesst das Strandleben. Wir melden uns bei der Firma Servi Repuestos ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ), einem Land Rover Spezialisten in San Salvador, für eine Reparatur an. Die Adresse haben wir von einem der Mitglieder des LR Clubs ES erhalten. Aus diesem Grund verlassen wir El Tunco frühzeitig und fahren in die Hauptstadt. Vor Ort erhalten wir fachmännische Hilfe.

Wir besuchen Suchitoto und Bosque de Cinquera, wo wir wandern gehen und mehr über den Bürgerkrieg des Landes von 1980 bis 1992 erfahren. Während diesen Jahren wurden 75'000 Menschen ermordet und die USA unterstütze das Regime und seine Kriegspläne mit über 6 Milliarden USD. Einen Tag vor dem Grillnachmittag besuchen wir nochmals den Cerro Verde NP. Wir haben uns dort mit Anouk & Bram für die Wanderung auf den Vulkan Izalco verabredet. Zuerst geht es in einem Wald 500 Höhenmeter runter bis an den Rand der Lavafelder. Von dort aus beginnt der Weg entlang der Flanke des Vulkans. Uns stehen 500 Höhenmeter Aufstieg bevor. Die vielen kleinen Steine machen den Weg zu einer Rutschpartie. Zwei Schritte vorwärts und einen wieder zurück. Die Körpertemperatur steigt mit jedem Meter an und nach gut einer Stunde erreichen wir den Kraterrand. Auf dem Gipfel hat es unzählige Fumarolen, die Wasserdampf aus dem Berginnern entweichen lassen. Nach einer halben Stunde beginnen wir den Abstieg und freuen uns schon jetzt auf das letzte Teilstück, den Aufstieg bis zum Parkplatz. Inzwischen hüllt sich der Cerro Verde in Nebel- und Wolkenschwaden und wir beschliessen etwas weiter unterhalb einen Übernachtungsplatz zu beziehen.

Wir erhalten Besuch von zwei Polizisten auf dem Motorrad. Da die Gegend nicht ganz ungefährlich ist, sind sie erstaunt, dass wir die Nacht hier verbracht haben, ohne vorher die Polizei zu informieren. Während der Nacht hat sich zu unseren zwei Fahrzeugen auch noch ein normaler PKW dazugestellt. Da die Scheiben verdunkelt sind und sich noch niemand gezeigt hat, treten die Polizisten an das Fahrzeug. Ihre Hände ruhen während dessen an der Pistole am Gürtel. El Salvador ist und bleibt ein Land mit einer sehr hohen Kriminalitätsrate, auch wenn wir davon bis jetzt keine Spur mitbekommen haben. Alles halb so wild, die beiden Jungs kommen aus dem Nachbardorf und die Polizisten kennen sie. Heute sind wir für den Grillnachmittag am Lago de Coatepeque verabredet. Während wir uns am und auf dem See mit Jetskis und Boot vergnügen, bereiten die Hausangestellten die Salate und die Grilladen zu. Auch daran müssen wir uns gewöhnen...

Am nächsten Tag entdecken wir auf der Weiterfahrt per Zufall das Hostel Monte Verde (www.hostalmonteverde.com), wiederum ein kleines Juwel inmitten einer Kaffeeplantage auf 1'300 m.ü.M. Seit langem erhalten wir wieder die Möglichkeit, ein richtiges Feuer zu machen. Die Angestellten schleppen mit einer Karrette Holz heran, fragen dann aber auch noch nach unseren Wasservorräten. Wir können sie mit einem vollen Wassertank (120 Liter) und einem Feuerlöscher beruhigen. Wir geniessen in stiller Einsamkeit das knistern des Feuers und die Geräusche des Waldes.

Am Morgen geht die Fahrt zurück nach San Salvador in die Garage. Warum wir Kühlflüssigkeit verlieren, ist auch nach einer weiteren Inspektion nicht klar. Dafür stellen sie fest, dass einen Teil der Hinterachse ersetzt werden muss (normale Abnutzungserscheinungen). Wir bedanken uns für die kurzfristige Reparatur und fahren USD 525.00 ärmer Richtung Usulutan. Dort sind wir mit Melwin Gonzalez verabredet. Wir dürfen uns im Zimmer seiner Kinder einquartieren, die während der Woche in San Salvador zur Schule gehen. Für einmal sind wir froh über eine Klimaanlage im Zimmer, die Temperaturen sind tagsüber bis 38 Grad hoch und nachts kühlt es nur leicht ab. Da Melwin morgens im örtlichen Spital arbeitet nutzen wir die Zeit um den Reisebericht und die Bilder von Belize und Guatemala online zu schalten und mit unseren Eltern zu skypen. Während unseres ganzen Aufenthaltes werden wir von seiner Hausangestellten Sonja von A bis Z verwöhnt. Melwin führt noch eine kleine Privatklinik zu Hause und hat am Mittwoch noch einige Patientinnen. Zitat Melwin: Er arbeitet dort, wo sich andere vergnügen. Mit anderen Worten er ist Gynäkologe. Am Nachmittag fahren wir gemeinsam in unserem Landy an die Küste zur Playa Arco de Espina. Wir mieten ein Fischerboot und fahren um die Isla el Arco bis zum offenen Meer. Melwin hat eine Kühlbox mit Getränken und Knabbereien gefüllt. Wir picknicken am Strand und geniessen die absolute Einsamkeit.

Heute sind wir mit Mauricio in Jucuapa verabredet. Zuerst besichtigen wir seine Kaffeemühle und erhalten Einblick in den Anbau und die Verarbeitung von Kaffee. Am Mittag geht es weiter auf seine Finca an den Hängen des Cerro El Tigre (1'645 m.ü.M.). Er besitzt insgesamt 15 Fincas, 300'000 Kaffeepflanzen und mehrere Häuser. Am Nachmittag verteilen wir uns auf zwei Fahrzeuge und unser Landy kämpft sich auf feldwegähnlichen Strassen durch seine Plantage bis auf 1'600 m.ü.M. hinauf. Dem Untersetzungsgetriebe und der Differenzialsperre sei Dank! Nach 16 tollen Tagen in El Salvador (mehr als doppelt soviel wie geplant) wollen wir am Freitag, 8. April 2011 früh Morgens den kurzen Abschnitt (ca. 150 km) durch Honduras bis nach Nicaragua fahren. Dieser Abschnitt ist die kürzeste Verbindung, er ist aber auch bekannt für unzählige Polizeikontrollen und viele korrupte Polizisten, die alles Mögliche erfinden, um den Touristen Geld abzuknöpfen. Vielleicht sind dann die Polizeikontrollen noch nicht „aktiv“...

Der Wecker klingelt um 3:45 Uhr! Wir sind gespannt auf die „Abenteuer“ dieses Tages. Heute werden wir gleich zwei Grenzübertritte absolvieren. Die Fahrt bis zur Grenze bei El Amatillo dauert 45 Minuten. Die Ausreise aus El Salvador ist in einer Minute erledigt, die Einreise nach Honduras verspricht da schon viel mehr Unterhaltung. Unsere Idee früh morgens die Grenze zu passieren und damit vielleicht die korrupten Polizisten und ihre Kontrolle zu umgehen, löst sich gleich zu Beginn in Luft auf. Obwohl die Grenze 24 Stunden hoffen hat, können die Importpapiere für Fahrzeuge erst ab 8 Uhr ausgestellt werden. Es ist erst 5:30 Uhr, zum Glück haben wir spannende Bücher dabei! Kaum haben wir den Landy parkiert, eilt auch schon ein honduranischer Polizist herbei und will uns eine Busse für unerlaubtes Parkieren ausstellen. Er will meinen Pass sehen, der ist aber noch bei einem Grenzbeamten von El Salvador (was wohl auch gut ist). Er plappert weiter auf mich ein und nach ein Paar Minuten ignoriere ich ihn einfach und laufe davon. Später erfahre ich, dass sie meistens USD 100.00 verlangen, damit man den Pass wieder erhält.

Die Einreiseformalitäten für uns sind schnell erledigt. Unsere Pässe erhalten für je USD 3.00 einen Stempel mehr. Für den temporären Import des Hauses auf Rädern machen wir einen Berg von Kopien und bezahlen USD 35.00. Um 10 Uhr haben wir den ersten Grenzübertritt hinter uns. Kaum einige Meter weiter stehen drei nette ältere Herren mit einem Fahrzeugdesinfektionssprühgerät bereit und legen bereits los. Für die Desinfektion im Auftrag der Gemeinde wollen sie USD 3.00. Komischerweise fahren alle anderen PKWs und  Lastwagen an uns vorbei. Ich habe mich vorher bei der Grenzbeamtin über die Notwendigkeit erkundigt und die Antwort war ein eindeutiges „no“. Die Herren bestehen aber auf die Bezahlung, war mich zu einem kleinen Spaziergang zurück zur Grenzbeamtin veranlasst. Es gibt nur eine offizielle staatliche Agentur, die diese Desinfektionen durchführt und die Gemeinde hat viel Fantasie und sich eine neue (nicht ganz legale) Einnahmequelle ausgedacht. Ich informiere die immer noch netten älteren Herren über „die Lage der Nation“, wünsche einen schönen Tag und fahre weiter. Aber die Spielchen sind noch nicht zu Ende. 5 km weiter werden wir von der ersten Polizeikontrolle angehalten. Sie bemängeln das nicht vorhanden sein von Reflektoren. Dies entspricht zwar nicht der Tatsache, da wir am Heck zwei Reflektoren haben, aber das interessiert sie nicht wirklich. Sie wollen den Führerausweis sehen und wir händigen ihnen sehr gerne eine Kopie in Plastikfolie aus. Ich beginne den Landy mit gelben Streifen unseres Klebebandes zu bekleben. Sie finden die Farbe nicht toll und bemängeln, dass die Streifen nicht reflektieren. Wir erklären, dass wir heute das Land bereits wieder verlassen. Nein, die Streifen müssen rot-weiss sei und reflektieren. Viele der Fahrzeuge (darunter auch grosse SUV), die uns passieren haben gar keine Reflektoren. Wir fragen nach und erhalten die Antwort, unser Fahrzeug sei „anders“!? Jolanda hat inzwischen den roten Filzstift hervorgeholt und bemalt die gelben Kleber mit roter Farbe. Jetzt müssen auch die drei Polizisten langsam lachen. Jetzt probiere ich es mal mit der inoffiziellen Lösung des Problems. Ich frage einen der Polizisten, wie wir das Problem vor Ort lösen können. Zuerst will er USD 50.00, was wir aber nicht bereit sind zu bezahlen. Nach intensiven Verhandlungen einigen wir uns auf USD 5.00, eine Büchse Coca Cola, drei Plastikbecher und eine Packung Bananen-Chips. Die Fahrt mit unserem inzwischen eher nach Fasnachtswagen aussehendem Landy geht weiter. Bis zur Grenze in El Espino werden wir kein einziges Mal mehr gestoppt. Entweder ist der Kontrollposten verlassen oder aber von der Armee besetzt und diese hält uns nicht an. Von anderen Reisenden haben wir gehört, dass sie zwischen 5 bis 10 Mal das Vergnügen hatten. Nach bescheidenen 149 km in Honduras erreichen wir um 14 Uhr die Grenze zu Nicaragua.

Die Grenzformalitäten in Nicaragua sind ohne Probleme schnell erledigt, aber auch hier herrscht akute „Kopitis“. In Somoto müssen unseren Kopf etwas „entlüften“, bei einem Spaziergang die Beine vertreten und endlich was mehr oder weniger anständiges Essen. Von Bananen, Apfel und Getreidestängel alleine lebt man nicht. Anschliessend geht es weiter bis nach Esteli, wo wir Volltanken, Bargeld beziehen und uns nach dem Eindunkeln um 19 Uhr bei einem Auto-Hotel einen Standplatz für die Nacht sichern. Wir sind geistig und körperlich „uf de schnorre“! Wir haben uns immer schon gewundert, was diese Auto-Hotels eigentlich genau sind. Kurz formuliert ein Bums-Drive-in. Mit dem eigenen Fahrzeug fährt man in den Innenhof und von dort durch eines der Tore, die werden anschliessend gleich von einem Angestellten geschlossen, es soll ja diskret bleiben. Das Auto steht dann gleich im Hotelzimmer mit Dusche. Von der Geräuschkulisse bekommen wir wenig mit, aber immerhin wissen wir jetzt was ein Auto-Hotel genau ist J

Wir besuchen das Naturschutzgebiet von Miraflor im Hochland von Nicaragua und finden bei der Posada (Bauernhaus) La Sonada für zwei Nächte eine Unterkunft inkl. Vollpension auf 1'420 m.ü.M. Dieser „Luxus“ passt gerade zum heutigen Feiertag: Jolanda und ich sind 11 Jahre zusammen! Der Standplatz ist gratis und für drei Mahlzeiten pro Tag bezahlen wir pro Person USD 9.00. Die Familie baut Kaffee an und der Tourismus ist nur eine kleine Nebeneinnahme. Einen Tag später sind wir genau 10 Monate auf Achse und haben schon wieder was zu feiern! Am Montagmorgen helfen wir beim Pflanzen der Setzlinge, eine knochenharte Arbeit. Auch das Wasser für die Bewässerung kommt nicht einfach aus dem Hahnen, es muss vom 100 Meter entfernten Bach in Kübeln herangeschleppt werden. Kaffee trinken ist definitiv einfacher als Kaffee anbauen!

Die Reise führt uns weiter von Jinotega nach Matagalpa und anschliessend von Ticuantepe nach Catarina. Wir bestaunen vom Mirador aus den Blick auf die Laguna de Apoyo, einem ehemaliger Krater, und den Vulkan Mombacho im Hintergrund. Wir wollen noch etwas mehr sehen von den Vulkanen und besuchen den Parque Nacional Volcan Masaya. Der ursprüngliche, mehrere Millionen Jahre alte Krater einen Supervulkans hat einen Durchmesser von 11 km. Darin befinden sich fünf jüngere Vulkane, der „höchste“ davon nur 934 m.ü.M., die Formation ist aber sehr eindrücklich. Die Strasse führt bis an den Kraterrand des Santiago, der aktivste Vulkanes in ganz Nicaragua, der zusammen mit zwei anderen die eine Formation bildet. Von dort blickt man 200 Meter in die Tiefe, Schwefeldampf steigt auf, es zischt und grollt tief unten. Nicht umsonst haben die Spanier dem Schlund den Namen Tor zur Hölle gegeben. Wir besichtigen mit einem Führer Lava-Tunnels. Die Tunnels entstanden aus Lava-Flüssen, deren Oberfläche erstarrte, das Innere jedoch durch hohen Gasdruck weiterfloss und am Schluss tunnelähnliche Gänge hinterliess. Heute leben viele Fledermäuse in den Gängen und es ist angenehm kühl. Nach einem mückenreichen Besuch in Granada verlassen wir die Panamericana und wählen wieder eine Rüttelpiste bis zur Siedlung Barrio Nuevo. Unterwegs durchfahren wir auch einige Flüsse. Während der Trockenzeit sind sie passierbar, während der Regenzeit nicht mehr. Wir erhalten Gastrecht bei einer Bauernfamilie und erfahren mehr über die politische Lage im Land. Im November 2011 sind Wahlen. Zur Zeit ist Ortega der Präsident, laut Verfassung dürfte er gar nicht mehr antreten, aber das nimmt er nicht so genau. Schon während den 80er-Jahren war er an der Macht und hat das Land in die Korruption geführt. Viele Menschen in Nicaragua hoffen auf einen Wandel, ein aussichtsreicher Kandidat steht zur Verfügung. Auch wir sind gespannt auf das Wahlergebnis im Herbst.

Vamos a la playa! Ist das Moto des Tages und wir fahren auf Schotterpiste bis zur Playa Pie de Gigante und richten uns am Dorfrand direkt am Strand für einen Tag am Meer ein. Wir bleiben nicht lange alleine, Jolanda wird von Kindern des naheliegenden Spielplatzes belagert und ich komme mit ein Paar lokalen Tagesausflüglern am Strand in Kontakt. Wenig später werden wir von Charlotte aus Texas (USA) angesprochen. Sie leitet zusammen mit ihrem Mann ein Hotel- und Real Estate Projekt in der nächsten Bucht. Wir verabreden uns für den nächsten Tag. Die Surfer haben uns vorgewarnt, dass ihr Haus ein Traum ist. Und sie haben nicht übertrieben: Es steht auf einem Felsen direkt am Pazifik, der Ausblick ist atemberaubend. Wir erhalten ein tolles Gästezimmer mit Dusche und sind sogleich Teil der Familie. Arthur, ihr jüngster Sohn, und ihr Ehemann Toni leben seit 5 Jahren grossmehrheitlich in Nicaragua und kümmern sich um das Projekt. Wir erhalten Einblick in ihre Arbeit und das Leben in Nicaragua. Wir unternehmen Ausflüge nach Tola und Rivas. Wir helfen wo wir können und werden mit ausgezeichnetem Essen aus der Küche von Marlene belohnt (Hausangestellte sind hier nicht unüblich). Eigentlich wollten wir noch die Insel Omotepe im Lago de Nicaragua und weitere Strände im Süden besichtigen, uns gefällt es aber bei der Familie so gut, dass wir die letzten Tage vor unserem Treffen in Costa Rica mit Debbie und Lanny aus Kanada mit ihnen verbringen. Am 20. April 2011 geht die Fahrt nach Süden zur Grenze von Costa Rica. Uns stehen zum Glück unkomplizierte Grenzübertritte bevor. Die Ausreise aus Nicaragua besteht eigentlich nur aus einem Stempel im Pass und etwas umher rennen für die 5 Unterschriften auf dem Import-Dokument für den Landy (wahrscheinlich hätten auch wildfremde Unterschreiben können). Die Einreise nach Costa Rica gestaltet sich äusserst unkompliziert und ist kostenlos. Nach über 5 ½ Jahren besuchen wir das reichste zentralamerikanische Land nun bereits zum zweiten Mal. Wir sind gespannt, wieviel sich verändert hat. Mehr dazu im nächsten Reisebericht.

Wir wünschen einen sonnigen Frühling!

Jolanda &  Marc

«There are no foreign lands. It is the traveler only who is foreign.»

Robert Louis Stevenson, The Silverado Squatters, 1883