Costa Rica (20. April bis 18. Mai 2011)

Nach dem Grenzübertritt in Penas Blancas fahren wir via Liberia nach El Coco an der Pazifikküste. Etwas fällt uns auf Anhieb auf: Nicaragua war eindeutig ein Toyota Land Cruiser Hoheitsgebiet, in Costa Rica hingegen wimmelt es nur so von Land Rover Defender. Wir sind heute, 20. April 2011, mit Debbie und Lanny aus Rock Creek (Kanada) verabredet.

Und uns fällt noch etwas weiteres auf: Seit unserem letzten Besuch vor 5 ½ Jahren hat sich viel verändert. Unzählige Autovermietungsfirmen säumen das Gebiet rund um den Flughafen von Liberia und viele neue Gebäude mit Banken und Geschäften wurden gebaut. Der nordamerikanische Tourismus hat hier definitiv Einzug gehalten. Als wir in das Dorf El Coco hineinfahren haben wir plötzlich ein Hubkonzert hinter uns. Zwei Fahrzeuge sind uns gefolgt, im zweiten sitzen unsere kanadischen Freunde. Nach 7 Monaten schliessen wir die beiden wieder in unsere Arme! Es gibt viel zu erzählen, aber vorher müssen wir noch ein kleines Problem lösen: Ihr gebuchtes Hotel existiert nicht, der ehemalige Besitzer sitzt im Gefängnis und sein Grundstück gehört inzwischen anderen Eigentümern. Zudem ist auch gleich noch Semana Santa (Osterwoche) und somit auch für den nationalen Tourismus Hochsaison. Sie haben eine Frau kennengelernt, die uns alle zu Manfred ins Villa Austria führt. Er hat eine einfache Pension und hat noch ein Zimmer frei, was pro Nacht stolze USD 40.00 kostet und schon fast an eine Frechheit grenzt. Aber sie können nicht gross wählerisch sein und nehmen das Zimmer. Wir hätten in den Dachboxen noch ein Zelt gehabt... Den Abend verbringen wir in einem Restaurant im sehr touristischen Zentrum von El Coco. Jolandas Eltern haben eine Paket mit Schweizer Schokolade, Oster-Eiern und –Hasen nach Kanada geschickt. Wir freuen uns riesig über das Oster-Päckli.

Am folgenden Tag entfliehen wir etwas dem Rummel und fahren mit dem Mietauto von Debbie & Lanny an die Playa Ocotal und Playa Brasilito. Hier gefällt es uns bereits viel besser und wir geniessen das angenehm warme Wasser des Meeres und haben viel Spass mit den Wellen der anschwellenden Flut. Nach einer weiteren Nacht in El Coco geht die Fahrt via Nicoya nach Santa Elena zur Reserva Monte Verde, einem Naturschutzgebiet mit Nebelwäldern. Nach der langen Fahrt vom Pazifik bis in die Cordillera de Tilaran (Gebirgszug) sind wir hungrig und verköstigen uns im Restaurant Trio. Ein absoluter Traum! In der Pension Santa Elena (www.pensionsantaelena.com) können wir die Infrastruktur mitbenutzen. Um die Flora und Fauna des Monte Verde ungestört zu geniessen, gibt es am nächsten Morgen bereits um 6 Uhr das Frühstück. Wir wollen um 7 Uhr beim Parkeingang sein und vor den grossen Reisegruppen durch den Nebelwald wandern. Während 4 Stunden durchstreifen wir ungestört eine einzigartige Vegetation und haben Glück mit den Vogelwelt: wir sehen diverse, exotische Vögel, darunter Tukane, aber auch den sehr seltenen Quetzal. Nach so viel frischer Luft besuchen wir nochmals das Restaurant Trio, bevor wir uns auf den Weg machen um die Laguna de Arenal bis ans Ostufer des Sees unmittelbar beim Vulkan Arenal. Er gilt als einer der aktivsten in Costa Rica, hat aber vor ca. 5 Monaten ohne uns zu Fragen beschlossen, eine „Ruhepause“ einzulegen. Seine kegelartige Form bleibt aber auch ohne Aktivität beeindruckend. Wir quartieren uns für 2 Nächte beim Hotel Essence Arenal (www.essencearenal.com) oberhalb des Dorfes El Castillo ein. Heute ist Ostersonntag und wir beschliessen einen ruhigen und gemütlichen Tag zu verbringen. Vom kleinen Pool aus schweifen unsere Blicke auf den See und Vulkan. Am Nachmittag fahren wir nach Fortuna für einen Spaziergang. Es wimmelt nur so von Touranbietern, Souvenirshops und Minibusen. Zurück im Hotel können bei der Zubereitung des Nachtessens die Gäste mithelfen und wir vier Basteln unsere eigenen Teigtaschen gefüllt mit Gemüse.

Am Montag fahren wir in den Norden zum Cano Negro Nationalpark. Der Park ist bedeutend weniger touristisch als z.B. der Tortugero NP in Nordosten, ist aber etwa gleich umständlich zu erreichen. Schotterpisten führen bis zum Dorf Cano Negro, wo wir bei der Kingfisher Lodge eine Unterkunft finden. Für den nächsten Morgen buchen wir einen dreistündigen Bootsauflug auf dem Rio Frio und seinen Lagunen innerhalb des NP. Da die Hotels vor Ort nur überteuerte Nachtessen anbieten, besuchen wir die Soda La Palmera, ein ganz kleines Restaurant, wo wir für USD 6.00 pro Person ein anständiges Stück Fleisch mit vielen Beilagen erhalten. Der Wecker klingelt am nächsten Morgen bereits um 5.30 Uhr. Die Vogelwelt ist früh am Morgen oder spät am Nachmittag am aktivsten und wir wollen uns gute Fotos nicht entgehen lassen. Wir sind begeistert vom Bootsauflug und sehen 4 verschiedene Kingfisher, viele Vogelarten, Kaimane und Schildkröten. Nach einer Stärkung führt uns die Reise bis nach Chilamate, wo wir bei der Posada Andrea Cristina (www.andreacristina.com / www.tierrahermosaenter.org) eine gemütliche Unterkunft inmitten von einem alten Baumbestand finden. Ob wohl wir nicht unweit von der Strasse sind, fühlen wir uns wie mitten im Dschungel. Wir haben Glück und auf einem der Bäume erspähen wir ein Faultier mit Nachwuchs. Da sie kaum Geräusche von sich geben, sich wenig oder nur sehr langsam bewegen, sind die Faultiere unheimlich schwierig zu sehen. Aber unser Glück hat noch kein Ende. Der Besitzer der Posada ist am Aufbau eines Rehabilitationszentrums für Tiere, vorübergehend sind einige der Tiere bei ihm zu Hause untergebracht. Alex zeigt uns Lola, ein junges Zwei-Finger-Faultier, zwei Monate alt, dessen Mutter getötet wurde. Ein echt süsses kleines Ding mit bereits erstaunlich starkem Griff. Für das Nachtessen fahren wir ins Dorf zur La Abuelita Tipica (die typische Grossmutter). Die Grossmutter schläft zwar schon, aber wir erhalten trotzdem ein ausgezeichnetes Nachtessen. Das Restaurant ist eher ein Truck-Stopp, dafür sind die Portionen gross und die Preise klein.

Uns zieht es an die Karibikküste. Wir machen einen Zwischenstopp in Guapiles, die Damen besuchen Kleider- und die Herren Handwerkerläden, wie es sich gehört. Der (Strassen-) Verkehr nimmt markant zu. Wir sind auf dem Weg nach Puerto Limon, einem grossen Hafen. Immer mehr Lastwagen und Plantagen kreuzen unseren Weg mit bekannten Früchte-Labels wie Chiquita, Dole und Del Monte. Kurz vor dem Stadtzentrum passieren wir die Container-Terminals und weniger später die Skyline der Stadt, die dominiert ist von Verlade-Terminals. Hier beginnt wohl die Reise vieler Bananen und Ananas nach Europa. Häfenstädte haben zwar auch ihren Reiz, wir beschliessen aber noch etwas weiter nach Süden bis nach Cahuita zu fahren. Hier ist der Rhythmus bereits viel angenehmer. Ein kleines Dorf mit viel karibischem Flair. Hier leben viele dunkelhäutige Menschen, die aus Jamaika eingewandert sind. Für unsere Gäste aus Kanada finden wir in der Alby Lodge (www.albylodge.com) eine traumhafte Unterkunft. Es wimmelt nur so von Brüll- und Weisskopfaffen. Kein Wunder, schliesslich grenzt das Grundstück direkt an den Cahuito Nationalpark. Es herrscht hohe Luftfeuchtigkeit und zusammen mit den hohen Temperaturen treibt es uns den Schweiss nur so aus den Poren, auch wenn wir uns gleich langsam wie ein Faultier bewegen. Dies hindert uns aber nicht daran, einen anständigen Apéro zu geniessen bevor wir ein traditionelles karibisches Nachtessen verspeisen. Am nächsten Morgen besuchen wir den Nationalpark. Von Cahuita aus ist der Eintritt „gratis“, eine Spende ist aber willkommen. Auf unser über dreistündigen Wanderungen treffen wir auf Faultiere, Spinnenaffen, Waschbären, grosse Spinnen und Echsen. Und auch auf Andrea & George, die beiden Reisenden aus Deutschland. Schön, alte Bekannte wieder zu sehen! Den Nachmittag verbringen wir in der Alby Lodge mit süssem Nichtstun, in den Hängematten chillen und lesen. So stellen wir uns ungefähr das Paradies vor.

Uns zieht es noch etwas weiter in den Süden bis nach Manzanillo ca. 20 km von der Grenze zu Panama entfernt. Auch hier herrscht karibische Gelassenheit. Es ist Wochenende und die Strände füllen sich mit lokalen Touristen und diese füllen sich zum Teil ein bisschen viel mit Alkohol... Vielleicht mischt sich aber auch ein bisschen Resignation darunter. Von der privat verfügbaren Landfläche in Costa Rica sind 75% im Besitz von Nordamerikanern und Europäern. Wir gehen Schnorcheln und erkunden die Unterwasserwelt. Es sind nicht die Korallenformationen, die beeindrucken, sondern die zahlreichen Fische beim nur 100 Meter vor der Küste liegenden Riff. Nach 4 Tagen an der Karibikküste geht es ins Landesinnere. Für die nächsten 2 Nächte quartieren wir uns im Hotel Tapanti Media im Orosi Tal ein. Hier befinden wir uns im Herzen von Costa Rica umgeben von Bergen und Hängen voll mit Kaffeeplantagen. Das Restaurant des Hotels hat eine ausgezeichnete italienische Küche, eigentlich müssten wir gleich zwei Wochen bleiben um die Speisekarte von vorne bis hinten durchzuessen. Mit einem Tagesausflug erkunden wir die nähere Umgebung rund um den Stausee von Cachi sowie Cartago, die ehemalige Hauptstadt des Landes. Bei einer Eruption des Vulkans Irazu im Jahr 1723 wurde sie zerstört und die Hauptstadt 1823 nach San Jose verlegt.

Heute ist Fahren angesagt. Wir wollen am Abend die Pazifikküste erreichen. Auf der Panamericana geht es Richtung Süden, unterwegs passieren wir den höchsten Punkt der Strasse in Zentralamerika nahe beim Cerro de la Muerte (Todesberg). Das Navigationsgerät zeigt stolze 3'265 m.ü.M. an. Die Berge hüllen sich in Wolken und Nebel. Die Vegetation ist immer noch sehr dicht, in einer Höhe wo bei uns in der Schweiz nur noch Fels, Schnee und Eis dominiert. In Boruca besuchen wir ein Eingeborenen Dorf in den Bergen und lassen uns über das Handwerk zur Herstellung von Speeren aus Hartholz und Masken aus Balsaholz einweihen. Kurz nach dem Eindunkeln erreichen wir Uvita und finden bei den Bungalows Ballena (www.bungalowsballena.com) für 2 Nächte eine luxuriöse und tolle Unterkunft. Auch wir ziehen in das kleine Ferienhäuschen, machen Quatsch im Pool und hängen ein bisschen ab. Einen ganzen Tag lang süsses Nichtstun brauchen auch wir zwischen durch. Wir verbringen etwas weiter nördlich in Pochotal nochmals 2 Nächte am Meer. Wir erleben einmal mehr einen beeindruckenden Sonnenuntergang während die Wellen unaufhörlich gegen das Ufer rollen und für eine dramatische Geräuschkulisse sorgen. Von hier aus besuchen wir den Carara Nationalpark. Unterwegs werden wir von einem Polizisten gestoppt. Er fragt wohin die Reise geht, wir antworten. Resultat: Wir sind am Parkeingang vorbeigefahren... Er streckt uns die Hand entgegen, wünscht „pura vida“ und wir dürfen mit polizeilicher Erlaubnis die doppelte Sicherheitslinie beim Wenden überfahren. Beim Eingang wimmelt es von grossen Reisegruppen. Wir bezahlen den Eintritt und schaffen uns so schnell wie möglich einen grossen Vorsprung. Schliesslich wollen wir wilde Tiere sehen und nicht geräuschvolle Rentnergruppen. Durch unseren Vorsprung haben wir Glück und erspähen Pfeilgiftfrösche, Agoutis und unzähligen andere Vogel- und Insektenarten. Costa Rica ist und bleibt ein Land für Naturliebhaber.

Debbie will heute Samstag auf Souvenir-Shopping-Tour gehen. Dazu besuchen wir das Dorf Sarchi, welches bekannt ist für seine farbenfrohen Holzwagen und generell für das Holzhandwerk. Später besuchen wir die Schmetterlingsfarm in La Guacima und lassen uns während einer zweistündigen Tour über die Geheimnisse der Schmetterlinge informieren. Den letzten gemeinsamen Abend mit unseren kanadischen Freuden verbringen wir in ihrem Hotel. Bei einem feinen Essen und einer guten Flasche Wein lassen wir die letzten 3 Wochen Revue passieren. Am nächsten Morgen (9. Mai 2011) gilt es Abschied zu nehmen. Liebe Debbie & Lanny, herzlichen Dank für die tolle Zeit mit euch in Costa Rica! Der Abschied fällt diesmal etwas leichter als vor 8 Monaten bei ihnen zu Hause in Rock Creek, BC, Kanada. Mehr dazu ganz am Ende dieses Reiseberichtes.

Wir sind nun wieder auf uns alleine gestellt und kehren zurück zum alten Reisemodus. Erster Stopp ist beim Supermarkt um unsere Lebensmittelvorräte aufzufüllen. In Tres Rios wird es Zeit für einen Kinobesuch. Für bescheidene CHF 7.20 für zwei Tickets gucken wir „Agua por Elefantes“ (Wasser für Elefanten) auf Englisch mit spanischem Untertitel. Danach geht es weiter nach Orosi zum Hotel Tapanti Media und seinem feinen Tiramisu. Wieder können wir kostenlos für eine Nacht auf dem Parkplatz stehen und die Duschen sowie das Internet benutzen. Aber eigentlich sind wir aus einem anderen Grund hier, wir wollen nochmals die Schweizer Bäckerei besuchen bevor wir uns auf den Weg in den Süden nach Panama machen. Wir lernen Franziska & Fredy näher kennen und verabreden uns für einen Grillabend am nächsten Tag. Wir übernachten beim Eingang des Tapanti Nationalparks. Es ist ein wenig besuchter Park obwohl er den grossen Highlights wie Monteverde in nichts nachsteht. Wir haben bei unserem Abschiedsfest in der Schweiz eine Schatztruhe mit Karte von Miriam & Peter erhalten. Für einige Länder haben wir eine Aufgabe, darunter auch für Costa Rica. Wir dürfen eine Spende von USD 10.00 einer Institution unserer Wahl übergeben, da wir mit unserem Landy die Umwelt belasten. Wir haben uns für den Tapanti NP entschieden. Hier wird uns die genauere Bedeutung des Wortes Regenwald wieder einmal in Erinnerung gerufen. Tapanti ist mit 8'000 mm Regen pro Jahr die regenreichste Region in Costa Rica und heute giesst es den ganzen Tag in Strömen. Am Nachmittag reparieren wir die Stossdämpfer bevor wir zu Franziska & Fredy fahren. Sie erzählen uns ihre spannende Auswanderungsgeschichte und wir lauschen gespannt. Während Franziska hauptsächlich die Bäckerei führt, bietet Fredy Motorradtouren an (www.costarica-moto.com).

Am Morgen stocken wir nochmals unsere Brotvorräte auf und werden mit einem grossen Stück Trockenfleisch beschenkt. Von Orosi fahren wir über den Cerro de la Muerte bis nach Dominical an der Pazifikküste. In Dominical werden wir uns nicht einig über die „Vorgehensweise zur Erfragung eines sicheren Standplatzes“ während draussen Gewitter aufziehen. Schlussendlich tobt innen und aussen das Gewitter und die Stimmung sinkt auf das Niveau „nicht mehr miteinander reden“ ab. Bei Tortuga nächtigen wir auf dem Parkplatz eines Restaurants. Am Morgen haben sich glücklicherweise die inneren und äusseren Gewitter aufgelöst. Reisen ist eben manchmal auch anstrengend (mit mir...). Wir sind unterwegs zum letzten Highlight unseres Besuchs in Costa Rica, der Halbinsel von Osa. Nach einem logistischen Zwischenstopp in Palmar Norte zweigt die Strasse von der Panamericana ab. Dies macht sich auch in der Qualität des Asphalts bemerkbar. Kein Asphalt wäre manchmal besser. Im Slalom erreichen wir Rincon am Golfo Dulce. Von den Schweizern Else & Beat (kennengelernt in Guatemala) haben wir eine Empfehlung für El Chontal erhalten, einer gemütlichen Bungalow-Anlage mit Campingmöglichkeit. George, der Besitzer und waschechter Tico, gibt uns Tipps für Wanderungen in der näheren Umgebung und erzählt uns die Geschichte über den Aufbau von El Chontal. Es ist eher selten, dass die Besitzer von Hotels noch Einheimische sind. Grossmehrheitlich sind Ausländer aus Nordamerika und Europa die Investoren und Besitzer der Tourismusinfrastruktur in Costa Rica. Somit wandern auch die Gewinne aus diesen Unternehmen wieder ins Ausland ab. Das erste Mal auf unserer Reise spüren wir ein Erdbeben der Stärke 5.5. Ein seltsames Gefühl, wenn plötzlich alles wackelt. Wir erforschen die Halbinsel uns machen uns via Puerto Jimenez bis nach Carate auf den Weg. Auf der 2. Hälfte der Strecke ist definitiv ein 4x4 Fahrzeug nötig und es gibt diverse Flüsse zu durchfahren. Abenteuer pur! Unterwegs helfen wir einem lokalen Land Rover Defender mit unserer Kompressorluftpumpe, damit er wieder genügend Luft in den Pneus hat und lernen Theresia & Dieter aus Deutschland kennen. Sie sind mit einem Mercedes-Bus unterwegs. Gemeinsam fahren wir den Rest der Strecke bis Carate, wo wir zwei Nächte bleiben. Am ersten Abend laden die beiden uns zu sich „nach Hause“ ein und wir sitzen zu viert bei Bier, Wein, Weib, Gulasch und Gesang in ihrem Bus. Sie zeigen uns Bilder aus Südamerika, wir freuen uns jetzt schon darauf!

Am Morgen packen wir die Fotoausrüstung und den Feldstecher und wandern entlang des Meeres bis zum Eingang des Corcovado Nationalpark. Hier in der südwestlichen Ecke von Costa Rica befindet sich ein Tieflandregenwald. Von allen in Nord- und Südamerika vorkommenden Säugetieren sind 10% in diesem NP anzutreffen. Einer der Hauptgründe für unseren Besuch sind die roten Papageien (Scarlet Macaws) und wir werden nicht enttäuscht. Auf einem Trail entlang der Parkgrenze erkunden wir den Urwald, der Rückweg führt dann durch ein Bachbett. Die Abkühlung des untersten Drittels unseres Körpers ist sehr willkommen. Aus noch unbekannten Gründen verliere ich zweimal meine Sonnenbrille im Bach, aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen findet Jolanda sie jedesmal wieder. Muss wohl am hohen Alter liegen... Habt ihr gewusst, dass wir heimlich in der Dominikanischen Republik in den Ferien waren? Auf der Rückfahrt stoppen wir in Puerto Jimenez und erhielten von unserem Backoffice zu Hause die Nachricht, dass Jolandas Maestro-Karte von der Luzerner Kantonalbank selber gesperrt wurde. In der Dominikanischen Republik wurden 3 Bargeldbezüge im Totalbetrag von CHF 1'200 getätigt. Wo genau das Skimming stattfand ist uns ein Rätsel. Der letzte Bezug hat Jolanda am Freitag, den 13. gemacht... Glücklicherweise wird ihr das Geld zurückerstattet. Unsere letzte Nacht in Costa Rica verbringen wir nochmals beim El Conchal in Rincon.

Es ist Zeit, euch über unser kleines „Sommer-Projekt“ einzuweihen: Im Herbst 2005, unserem ersten Besuch in Costa Rica, hat dieses tolle Land uns für diese grosse Reise inspiriert und im Frühling 2011 hat Costa Rica ein zweites Mal grossen Einfluss auf unser Abenteuer. Jolanda & ich haben während den letzten 12 Monaten so viele unglaublich prägende und spannende Erlebnisse erfahren dürfen, dass wir von den vielen Eindrücken etwas „überladen“ sind. Zudem schwirren uns unzählige Ideen und Zukunftspläne im Kopf herum für die Zeit nach unserer Reise. Deshalb gönnen wir uns eine Reisepause und haben beschlossen, den Sommer 2011 in Rock Creek, British Columbia, Kanada bei unseren „Ersatzeltern“ Debbie & Lanny zu verbringen. Sie können Hilfe gebrauchen. Wir werden ihnen für 2 – 3 Monate bei den vielen Projekten und Arbeiten im und um das Haus helfen. Wir fliegen am 15. Juni 2011 von Costa Rica nach Kanada, Jolanda direkt nach Kelowna, ich folge nach einem zweiwöchigen Stopover in der Schweiz. Für den Landy haben wir einen sicheren Standplatz bei einem Schweizer Ehepaar in Costa Rica gefunden. Im Herbst nehmen wir den 2. Teil unseres Abenteuers in Südamerika unter die Räder. Selbstverständlich werden wir auch weiterhin Reiseberichte und Bilder veröffentlichen, auch von unserem Aufenthalt in Kanada. Zuerst geht es aber am 19. Mai 2011 nach Panama, dem letzten zentralamerikanischen Land.

„Am Ende sind es nicht die Jahre im Leben die zählen. Es ist das Leben in den Jahren.“ (Abraham Lincoln)

 

Liebe Grüsse

Jolanda & Marco

 

«There are no foreign lands. It is the traveler only who is foreign.»

Robert Louis Stevenson, The Silverado Squatters, 1883