16. Juli 2011
Panama (19. Mai bis 15. Juni 2011)
Wir passieren in Paso Canoas die Grenze zu Panama. Nach 3 Stunden diversem Papierkram (auch hier herrscht die Bürokratie) sind wir mit den Grenzformalitäten fertig. Bei der Ausreise von Costa Rica klären wir die Rechtslage für die Wiedereinreise mit dem Landy. Wir können den Landy in San Jose in ein Zollfreilager einlagern.
Erleichtert mit der Erkenntnis, dass wir eine Lösung haben, verlassen wir den Grenzort und fahren bis nach Concepcion. Als wir zu einer Gewichtskontrolle für Lastwagen kommen, nutzen wir die Gelegenheit um das erste Mal das Gewicht des Landy zu wiegen: Vorderachse: 1'240 kg, Hinterachse: 1'440 kg, Gesamtgewicht: 2'680 kg (inkl. Fahrer, halbvollem Wasser- und Dieseltank).
Zuerst braucht der leergefutterte Kühlschrank eine neue Füllung bevor wir nach Cerro Punta ins Hochland fahren. Wir suchen etwas Abkühlung in den Bergen und fahren ins Dorf Guadalupe auf knapp 2'000 m.ü.M. Bei einem Verladungsplatz für Gemüse fragen wir die ansässige Familie, ob es möglich sei auf dem Gelände zu campieren. Wir werden sofort von ihrer Herzlichkeit in Beschlag genommen und die Familie besteht darauf, dass wir in einem ihrer Zimmer Quartier beziehen. Wir bleiben 4 Nächte und sind integrierter Bestandteil des Familienlebens. Die Familie besitzt diverse Grundstücke, baut Gemüse (Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten und Salat) an und handelt damit. Die Region produziert 80% des Gemüses in Panama, das Land ist fast doppelt so gross wie die Schweiz und halb so dicht besiedelt. Die Landschaft erinnert uns an die Heimat. Angebaut wird bis auf 2'500 m.ü.M. in sehr steilem Gelände und die Temperaturen bewegen sich immer zwischen 10 bis 20 Grad. Viele der Arbeiter sind Eingeborene, die für einen gesetzlich vorgeschriebenen Mindesttageslohn von USD 8.48 schuften. Um ihre Familien zu besuchen müssen sie nach einer langen Busreise bis zu 12 Stunden wandern, ihre Heimatdörfer liegen fernab von Strassen.
Im Haus der Familie Caballero leben 3 Generationen. Wir unternehmen mit lokaler Reiseführung diverse Ausflüge in die umliegenden Berge und lassen uns über den Gemüseanbau aufklären. Jolanda wir eines Abends in eine lokale Tracht gesteckt und ihr Haar wird mit Schmuck dekoriert. Als Dankeschön für die Gastfreundschaft kochen wir am Samstagabend in riesigen Pfannen für 10 Personen Pasta mit Fleisch-Gemüse-Sauce. Und als Überraschung schenken wir ihnen als Dessert eine Torte mit dem Schriftzug „Gracias & Suerte“ (Danke & Glück) von der örtlichen Bäckerei. Es bricht allgemeine Begeisterung aus und die Kinder drücken zum Naschen ihre Finger in die Torte. Am Sonntag besuchen wir Verwandte, die in El Banco leben (wir brauchen inzwischen einen Stammbaum um uns all die Namen und Verwandtschaftsverhältnisse der Grossfamilie zu merken). Der Besuch ist etwas mit einem Ausflug zu einer Bergbauernfamilie in der Schweiz zu vergleichen. Aber für etwas hat man ja Allradantrieb. Wir lernen die Herstellung von Rohrzucker kennen und erhalten als Geschenk eine Packung der familieneigenen Produktion. Der jüngsten Tochter geht es am Nachmittag immer schlechter und sie muss sich mehrmals übergeben. Der Tagesausflug endet im Spital von David. Einen Teil der Familie begibt sich mit unserem Landy auf dem Heimweg und wir stellen einen neuen mengenmässigen Rekord für den Personentransport auf: Vorne zwei, hinten vier (wovon drei nach kurzer Fahrt einschlafen). Auch die zweite Hälfte der Familie trifft weniger später ein. Die Kleine hat eine Infusion erhalten und ein Pflaster. Das Pflaster will sie nicht abziehen, weil sonst ein Käfer aus dem Arm krabbelt... Kinder! Am nächsten Morgen gilt es für uns Abschied zu nehmen von dieser tollen Familie.
In David besuchen wir erneut eine Werkstatt, um einmal mehr die Gummis unserer Stossdämpfer zu ersetzen. Vielleicht erhalten wir diesmal etwas „dauerhaftes“ eingebaut... Der Mechaniker schraubt mehr als eine Stunde am Landy herum und als ich den Rechnungsbetrag höre, traue ich meinen Ohren nicht. Bescheidene USD 8.56 (ohne Material) wollen sie haben! Nach einer kurzen Nahrungsaufnahme bei Subway (die nordamerikanische „Esskultur“ hat auch hier Einzug gehalten) fahren wir an die Playa Las Lajas. Ausser einem jungen deutschen Reisepaar mit VW-Bus ist der Strand menschenleer und es bläst eine erfrischende Brise. Simone & Sebastian haben ihre Reise in Südamerika begonnen und sie stehen unseren vielen Fragen Rede und Antwort. Es ist schön sich zwischendurch mit anderen Reisenden über die Erfahrungen auszutauschen. Am 2. Abend machen wir ein anständiges Feuer am Strand und grillieren. Am 25. Mai 2011 gibt es etwas zu feiern: Jolandas Papi wird 59. Jahre jung und wir nutzen bei einem Restaurant in Santiago das Internet und skypen mit ihren Eltern. Jolanda kullern ein Paar Tränchen über die Wangen, bei solchen Anlässen wären wir gerne zu Hause und würden mit unseren Familien feiern... Auf der Panamericana geht die Fahrt weiter zur Halbinsel von Azuero. Was Cerro Punta für das Gemüse war ist nun die Halbinsel Azuero für die Milch- und Fleischwirtschaft. Wo früher einmal Wälder standen weiten sich heute unendliche Kuhweiden aus. Die Region gilt als die heisseste von ganz Panama. Wir übernachten auf dem Vorplatz einer Familie in Villa Lourdes bevor wir am nächsten Tag an die Playa Venado fahren. Wären wir Surfer, dann wären die Wellen die Besten in ganz Panama. Beim Playita Resort campieren wir oberhalb einer kleinen Bucht. Am Nachmittag reichte es noch kurz für einen Sprung ins Meer. Zum Glück: Am nächsten Tag spielte das Wetter uns einen Streich und der Regen wollte nicht aufhören. Einen Tag früher als geplant verlassen wir Playa Venado in Richtung El Valle. Das Tageslicht reicht für uns nicht ganz bis zu diesem Ort und wir beschliessen in Rio Grande an der Panamericana bei einer Familie auf dem Vorplatz zu übernachten. Im Gegensatz zu anderen Ländern in Zentralamerika zieht sich die Panamericana wie eine Lebensader von West nach Ost.
Kurz vor Rio Hato rauschen wir an einem 4x4 Anlass vorbei. Unsere Neugierde zwingt uns zur Umkehr und wir fragen den venezolanischen Veranstalter über das Programm aus und ob wir spontan daran teilnehmen können. Selbstverständlich! Weil der Staatspräsident von Venezuela (Hugo Chavez) sämtliche Offroad-Veranstaltungen im Land verboten hat, organisieren sie nun Events in Panama. Und kaum haben wir parkiert, werden wir bereits einem Fernsehteam vorgestellt und geben ein Interview auf Spanisch. Wir erhalten die Nummer 011 und folgen als letztes Fahrzeug der Nummer 018 von Ariana & Ruben mit ihrem Toyota FJ. Da die Regenzeit hier bereits schon eingesetzt hat sind auch die Routen entsprechend „feucht“. Wir haben unseren Spass und der Landy wechselt während den 32 km seine Farbe von weiss zu braun. Gespannt schauen wir der Pro-Kategorie zu wie sie ihre Fahrzeuge in den Schlamm setzen und die schwierigsten Passagen meistens nur mit der Winde schaffen. Der Event erinnert uns an die Pfingstweekends mit dem All Terrain Travel Club in Horw (www.attc.ch). Über uns kreist zeitweise ein Helikopter mit einem Kamerateam und filmt die Teilnehmer aus der Vogelperspektive. Zurück auf dem Event-Gelände installieren wir uns neben Ariana & Ruben. Die beiden sind Spanier, leben seit einigen Jahren in Panama und sind als Piloten bei der nationalen Fluggesellschaft Copa Airline angestellt. Für das Nachtessen bilden wir eine Joint Venture. Als wir gemütlich beim Essen unter unserem Seitenzelt sitzen, verwandelt sich der Himmel in einen Wasserfall. Wir rücken noch etwas enger zusammen und versuchen uns einigermassen trocken zu halten. Nach vielen Gesprächen mit anderen Teilnehmern geht es bald einmal ins Bett. Glücklicherweise werden wir bis 3 Uhr morgens von unseren Nachbarn mit lauter Latino-Musik beschallt. Während Jolanda das Bett verlässt und zwei Serien von CSI schaut, schaffe ich es irgendwie trotzdem einzuschlafen. Der nächste Morgen ist bereits viel freundlicher. Heute absolvieren wir nochmals eine Stecke von 44 km. Beim letzten grossen Schlammloch ist dann auch für uns die Limite der Traktion erreicht: Wir bleiben stecken. Das erste Mal auf unserer Reise brauchen wir die Winde für uns selbst. Ich mühe mich draussen im Dreck ab, während Jolanda das Steuer übernimmt und den Landy mit Hilfe der Winde aus dem Sumpf zieht. Jetzt ist nicht nur der Landy braun, sondern auch sein Fahrer. Auf der letzten Etappe fahren wir 1 km am Strand entlang bevor wir zur ersten groben Körperreinigung auf den Event-Gelände zurück fahren.
Wir haben von Ariana & Ruben die Einladung erhalten, die nächsten zwei Nächte in ihrem Appartement in Panama City zu übernachten. Trifft sich gut, da wir einige Sachen in der Stadt organisieren müssen. Nach 1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir die Skyline der Stadt. Unser Landy passt in das Parkhaus. Ein Wunder, dass wir so eine dreckige Kiste überhaupt hineinstellen dürfen. Mit dem Lift geht es in den 46. Stock. Uns verschlägt es den Atem von dieser super Aussicht auf die Skyline und das Casco Antiguo von Panama City. Der Kontrast könnte kaum grösser sein. Im modernen Stadtteil fühlt man sich eher in einer nordamerikanischen Grossstadt mit Wolkenkratzern, im historischen Stadtteil erinnern die Gebäude mit ihrem Kolonialstil an Spanien. Nach einer körperlichen Grundreinigung beider Teams, einer kleinen Stärkung und einem Besuch bei Freunden im Haus führen uns Adriana & Ruben ins Casco Antiguo für eine kleine Besichtigung und anschliessend zur Calzada de Amador, drei vorgelagerte kleine Inseln, die mit einem Damm bestehend aus dem Aushubmaterial des Kanalbaus verbunden sind. Wir geniessen feines Fleisch vom Grill in einem Restaurant am Hafen bevor wir um Mitternacht todmüde von den vielen Erlebnissen glücklich ins Bett fallen.
Der nächste Tag führt uns zu Panama Passage (www.panamapassage.com), einem Treffpunkt für Reisende zur Planung der Verschiffung. Und wie vermutet treffen wir dort auf Anouk & Bram. Wir schwatzen eine Weile und verabreden uns für den Abend zum Nachtessen. Anschliessend lassen wir unsere dreckige Kiste während über einer Stunde waschen damit wir nicht so einen schlechten Eindruck auf den Strassen von Panama City hinterlassen.
Am nächsten Morgen „ziehen wir aus“ und fahren zu den Schleusen von Miraflores im Panamakanal. Nicht nur der Wasserweg ist geöffnet. Nein, auch die Regen-Schleusen. Nach der Besichtigung des Museums versuchen wir bewaffnet mit Regenschirm auf der Aussichtsterrasse gute Fotos zu schiessen. Nach dem die Franzosen im Jahr 1881 mit dem Bau des Kanal begannen und 8 Jahre später aufgeben mussten, nahmen die Amerikaner den Bau wieder auf und vollendeten das Projekt 1914. Der Wasserweg ist 77 km lang, hat an der Pazifik- und Karibikseite je 3 Schleusen, welche die Schiffe total um 26 anheben oder absenken. Die grössten Schiffe haben links und rechts jeweils nur noch 60 cm Spielraum. Lokomotiven genannt „Esel“ ziehen die Schiffe durch die Schleusen und halten sie in Position. Pro Jahr nutzen 14'000 Schiffe den Kanal mit 300 Mio. Tonnen Fracht. Sie bezahlen bis zu USD 400'000.00 für eine Durchfahrt, die durchschnittlich 8 Stunden dauert. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass hauptsächlich Gastarbeiter aus dem fernen Ausland den Bau ermöglicht haben und von ihnen Tausende an Malaria und Gelbfieber starben. Im Jahr 2006 haben 76% der Panamesischen Bevölkerung einen Ausbauprojekt bis 2014 zugestimmt. Eine neue Reihe von Schleusen mit einem Fassungsvermögen für Schiffe bis zu 12'000 Container (heute ca. 4'500) wird die Kapazität den heuten und zukünftigen Bedürfnissen anpassen. Nach so viel Technik und Geschichte fahren wir zurück zu Anouk & Bram und anschliessend zur Calzada de Amador zum Nachtessen. Wir übernachten gemeinsam auf dem Parkplatz von dem Balboa Yacht Club (BYC). Er wird für die nächsten Tage unsere Hauptquartier in Panama City.
Ein neuer Tag bringt neue Idee. Wir wollen die Rechtslage für die Ausreise ohne Fahrzeug in Panama abklären. Wir können auch in Panama das Auto in ein Zollfreilager einlagern und theoretisch unbegrenzt stehen lassen. Wir erhalten die Adresse mit einem preiswerten Anbieter. Neben administrativen Grundkosten von CHF 90.00 werden pro Tag CHF 5.35 für die ersten 3 Monate und danach CHF 10.70 für jeden zusätzlichen Tag verrechnet. Wir hätten somit eine Lösung für Panama, wollen uns aber über andere Anbieter noch informieren, da uns das Gelände bzw. die Umgebung nicht so behagt. Bewaffnet mit dieser Erkenntnis geht die Fahrt zurück zu Panama Passage. Anouk & Bram sind gerade im Prozess ihr Fahrzeug nach Kolumbien zu verschiffen und wir erhalten nützliche Infos, die wir im Herbst nutzen werden. Als Bram seinen Land Rover Defender umparkiert, kommt er plötzlich zu uns gerannt und verkündet: Ich bin in euren Landy geknallt! Fazit der Schadensbegutachtung: Wir haben einen Kratzer an der Stossstange und ev. hat sie sich „verschoben“, er hat einen verbogenen Wagenheber, eine deformierte Heckstossstange sowie einen eingedrückten Dieseltank. Mal schauen, was ihre Versicherung dazu sagt... Wir ziehen uns wieder zurück an die Bar des BYC um ein Bierchen zu trinken.
Wir aktualisieren unsere Homepage mit dem Reisebericht und den Bildern von Costa Rica und hängen den ganzen Tag im BYC. Am Abend verabschieden wir uns bei der Panama Passage von der französischen Familie Riss (www.rissfamily.fr), die am nächsten Morgen ihre Heimreise nach Frankreich antreten. Wir haben sie in Zentralamerika mehrmals getroffen und sind beeindruckt von der Leistung, mit 3 Kindern (zwei im Schulalter und eines behindert) ein Jahr zu Reisen. Kaum vorzustellen, was ihnen am letzten Tag für Gedanken durch den Kopf gehen. Zum Glück sind wir von diesem Moment noch ein Weilchen entfernt...
Am Freitagmorgen besuchen wir nochmals das Zollamt um die Adressen von zwei weiteren Zollfreilagern zu bekommen. Beim zweiten Anbieter haben wir ein gutes Gefühl und der Preis stimmt. Sie ziehen über das Wochenende um und wir werden am Wochenende noch kurz das neue Gelände besichtigen, aber es scheint als werden wir den Landy in Panama einlagern.
Zuerst verbringen wir aber gemeinsam mit unseren niederländischen Freunden das Wochenende. Wir haben uns entschlossen nach Norden an die Karibikküste zu fahren. In nur einer Stunde wechseln wir von der Pazifikküste zur Atlantikküste. Beim Eingang zu einem Yachthafen in Cacique lernen wir Andreas aus der Schweiz kennen, der mit einer Segeljacht vor Anker liegt. Er fragt den französischen Besitzer, ob wir das Gelände als Übernachtungsplatz nutzen können. Kein Problem lautet die Antwort und wir dürfen sogar kostenlos WC und Dusche benutzen. Andreas führt uns auf einer kleinen Tour in seinem Beiboot durch das Hafengelände. Zusammen mit seiner Frau, die leider gerade aus gesundheitlichen Gründen in der Schweiz ist, segelt er regelmässig durch die Karibik. Den ersten Tag verbringen wir auf der Insel Mamey. Kaum grösser als ein Paar Fussballfelder bietet sie uns Gelegenheit zum Schnorcheln und einen gemütlichen Tag am kleinen Sandstrand zu verbringen bevor wir uns wieder in unser Nachtlager beim Jachthafen zurückziehen. Am nächsten Morgen „pflegen“ wir die Schrammen an unserer Stossstange und kontrollieren, ob sie sich verschoben hat. Antwort: nein. Aber das sollte nicht das Highlight des Tages sein. Auf den Progamm standen die Schleusen von Gatun. Hier reihen sich gleich drei hintereinander und wir können von der Plattform die grossen Schiffe hautnah beobachten. Das Wetter ist uns diesmal auch einiges besser gesinnt. Weiter geht es zur Festung San Lorenzo, einem Weltkulturerbe der UNESCO. Die Festung liegt an der Mündung des wichtigsten Wasserlieferanten für die Schleusen, dem Fluss Chagres und bietet einen unendlichen Blick auf die Karibik. Am Nachmittag begeben wir uns auf den Weg zurück nach Panama City.
Für den Montag haben wir uns vorgenommen, zu viert die Allbrook Mall zu besuchen und unter anderem dort unsere Bustickets für die Anreise nach Costa Rica zu unseren Flügen zu kaufen. Wir finden einen Nachtbus (www.ticabus.com), der uns für USD 35.20 pro Person in 14 Stunden von Panama City nach San Jose bringt (850 km). Wir trennen uns in ein Damen- und Herren-Team auf. Während die Damen weiterhin die Mall unsicher machen, besuchen die Herren im Stadtzentrum einen 4x4-Shop. Beide Damen kommen glücklicherweise mit kleinen Taschen zurück zum BYC. Als Dankeschön für den Standplatz erhält der Wachmann einige unserer Fotos als Ausdruck. Wir haben ihm einige Bilder von unserer Reise gezeigt und er hat es vor allem auf die Fotos mit Schiffen abgesehen. Strahlend wie ein Maienkäfer läuft er mit dem Couvert zurück zu seinem Häuschen beim Eingang des Parkplatzes. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft!
Am folgenden Morgen nehmen wir Abschied von Anouk & Bram. Für sie steht heute Packen an. Sie werden einen Tag später ihren Land Rover in Colon in einen Container fahren, welcher am Freitag auf die Reise nach Kolumbien geht. Wir fahren für die nächsten Tage nochmals etwas in den Westen des Landes. Unterwegs kaufen wir noch „Verpackungsmaterial“ für den Landy. Mit einer grossen Plastikplane wollen wir ihn während unseres „Sommer-Projektes“ in Kanada vor dem Wetter schützen. Zuerst führt uns die Reise nach El Valle, einer kleinen Stadt auf 600 m.ü.M. Wir freuen uns auf das etwas kühlere Klima, nach dem wir nun einige Tage mit Durchschnittstemperaturen von 30 – 35 °C gehabt haben. Bei der örtlichen Polizeistation können wir uns für 2 Nächte kostenlos auf den Fussballplatz stellen. Der nur in dieser Region vorkommende goldene Frosch besichtigen wir im örtlichen „Zoo“, sind aber sonst von der Tierhaltung nicht sonderlich begeistert. Da ich dem Zollfreilager unserer Wahl noch zwei e-Mails geschrieben und bis heute keine Antwort erhalten habe, versuche ich es nun einmal per Telefon. Der Umzug dauert länger uns sie können uns den Service nicht anbieten. Grosse Überraschung = Programmänderung! Eigentlich hätten wir noch gerne 2 Nächte an der Playa Santa Clara verbringen wollen. Jetzt reicht es gerade noch für einen Nachmittagsbesuch. Morgen ist Freitag und wir reisen bereits am Montag aus Panama aus. Höchste Zeit, ein anderes Zollfreilager zu suchen. Bei der dritten Logistikfirma klappt es, obwohl wir sie einen Tag vorher telefonisch kontaktiert und eine Absage erhalten haben. Wir erklären ihnen unsere „spezielle Situation“ und sie bieten uns einen Standplatz mit 24 Stunden-Überwachung (Kamera und Sicherheitspersonal) an. Sie erfassen unsere Daten und wir verabreden uns für Montagmorgen. Wer sucht, der findet! Überglücklich besuchen wir nochmals die Allbrook Mall und decken uns mit ein Paar nötigen Sachen ein bevor es zum Feiern im kleinen Rahmen (wir sind heute 365 Tage unterwegs) zurück zum Hauptquartier geht.
Unser letztes Wochenende in Zentralamerika widmen wir den Vorbereitungen für das Einstellen des Landy im Zollfreilager. Am Montagmorgen kämpfen wir uns nochmals durch die Rushhour von Panama City zum Zollfreilager. Die Formalitäten sind schnell abgewickelt. Wir überdecken den Landy zum Schutz gegen die starken Regenfälle zusätzlich mit einer Plastikplane. Jetzt sieht er aus wie ein Weihnachtspaket, nur die Schlaufe fehlt noch. Komisches Gefühl, nach 12 Monaten unser „zu Hause“ zu verlassen. Mit dem Taxi fahren wir zur Allbrook Mall. Uns packt noch etwas das Shoppingfieber und für einen Kinobesuch (X-Men: „Erste Entscheidung“) bevor wir uns für eine letztes Nachtessen bei Panama Passage einfinden. Wir verabschieden uns von Anouk, Shaun, Lucas und einem Zürcher Reisepaar, schultern unsere schweren Rucksäcke und fahren mit dem Taxi zum nationalen Busterminal. Einchecken, etwas warten und schon sitzen wir im Nachtbus nach San Jose.
Um 6:00 Uhr erreichen wir die Grenze zu Costa Rica, müssen eine Stunde auf die Öffnung der Grenzbüros abwarten, sind nach einer weiteren Stunde mit der Abfertigung durch und stellen die Uhren eine Stunde zurück. Erstaunlicherweise fragt keiner der panamesischen Grenzbeamten nach unserem Fahrzeug, obwohl es in meinem Reisepass eingetragen ist. Im Bus gibt’s jetzt filmische Unterhaltung und um 13:15 Uhr kommen wir am Terminal in San Jose an. Nach einer kurzen Taxifahrt nach Alajuela beziehen wir im Hotel Cortez Azul unser Zimmer. Es gibt eine kurze Nacht, da wir bereits um 4:15 Uhr mit dem Taxi zum Flughafen fahren. Adiós Centro America! Nach knapp 4 Monaten danken wir von Herzen all den freundlichen Menschen, die unsere Reise zu einem echten Abenteuer gemacht und uns um so viele positive Erfahrungen bereichert haben. Am Mittwoch, 15. Juni 2011, startet offiziell unser „Sommerprojekt“ in Kanada. Danke Jolanda, für diese in vielerlei Hinsicht ausserordentliche Reise durch Nord- und Zentralamerika.
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